Gattung Thamiocolus Thoms.

ColeopteraCurculionidaeCeutorhynchinaeCeutorhynchini
Von Arved Lompe (n. G.A. Lohse)
Dieckmann, L. (1973): Die westpaläarktischen Thamiocolus-Arten. Beitr. Ent. 23:245 ff.
Körbchen am Ende der Hinterschienen und besonders der Mittelschienen langgestreckt, so daß am Außenrand der Schienen etwa im hinteren Drittel ein Zähnchen steht, hinter dem der Außenrand zur Spitze kräftig bedornt ist [Abb. 1]. Halsschild ohne scharfen Seitenhöcker, mit einem tiefen Grübchen vor dem Schildchen. Flügeldecken mit ungehöckerten Zwischenräumen, vor dem Absturz ohne Höckerkamm, ± dicht beschuppt, mit oder (seltener) ohne helle Bindenzeichnung. Fühlergeißel 7-gliedrig, Unterseite ohne abgegrenzte Rüsselfurche, schwarz, allenfalls die Beine aufgehellt. Wurde von den älteren Autoren als Untergattung von Ceutorhynchus angesehen. !9 Arte in Europa, davon 10 in Mitteleuropa; unsere Arten leben an Lamiaceen (Labiaten).
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Abb. 1
#1
→ 2Oberseite durch mäßig dichte, weiße, auf den Flügeldeckenzwischenräumen 2-reihig angeordnete Behaarung grau erscheinend, ohne Flecken- oder Bindenzeichnung, einem Neosirocalus ähnlich.
→ 3-Flügeldecken mit Flecken- oder Bindenzeichnung.
#2
paravilis Dieckm.Rüssel gebogen, beim ♂ etwas kürzer, beim ♀ wesentlich länger als Kopf und Halsschild zusammen. Halsschild hoch gewölbt, dicht und rauh punktiert. Pygidium fein gelblich bis braun behaart. Penis [Abb. 2]. 2,1-2,8 mm. Süd- und Ostalpen: Kärnten, Steiermark, Oberösterreich; von Mitte VI - Mitte VII auf Betonica jacquini.
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Abb. 2
uniformis (Gyll.)-Rüssel fast gerade, auch beim ♀ kürzer als Kopf + Halsschild zusammen. 2,6-3,2 mm. Die Beschuppung der Oberseite besteht aus langgestreckten Haarschuppen. An Phomis sp.. Von China und der Mongolei über das nördliche und mittlere Asien bis Osteuropa, Griechenland und Süditalien verbreitet; Kaukasus.
#3
viduatus (Gyll., 1813)Größer: 3-4,2 mm. Flügeldecken hinter dem Schildchen ohne hellen Schuppenfleck. Schenkel kräftig gezähnt. Die Oberseitenbeschuppung besteht aus zweierlei Schuppenelementen: Kurzovale, helle Schuppen füllen in dichter Reihe die Flügeldeckenstreifen aus; daneben bilden sie auf dem 6.-9. Flügeldeckenzwischenraum eine wenig kontrastierende grauweiße Querbinde in der Mittel; einzelne, vor der Flügeldeckenspitze querfleckig verdichtete Schuppen stehen verstreut in den Zwischenräumen; die übrige Oberseite ist fein braun beschuppt [Abb. 3]. Penis [Abb. 4]. Europa, den Süden und höheren Norden ausgenommen; in Mitteleuropa weit verbreitet aber nicht häufig an Sumpfstellen und Ufern auf Stachys palustris, in deren Wurzeln sich die Larve entwickelt.
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Abb. 3
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Abb. 4
→ 4-Kleinere Arten von 2,3-3,2 mm mit deutlich hellem Schildchenfleck und allenfalls fein gezähnten Schenkeln.
#4
nubeculosus (Gyll.)Die Beschuppung der Oberseite besteht aus langgestreckten Haarschuppen, lediglich die dicht gelagerten Schuppen des Schildchenflecks sind etwas kürzer und breiter oval. Mit umfangreicher heller Beschuppung, die unscharf und wenig abstechend ist, die dazwischenliegende dunklere Behaarung ist gelbbraun bis braun. Penis [Abb. 5]. 2,6-3,2 mm. Über Osteuropa, Griechenland und Süditalien verbreitet; aus Mitteleuropa bisher nur aus Mähren bekannt, wo die Art an xerothermen Hängen an Phlomis tuberosa gefunden wurde.
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Abb. 5
→ 5-Die Beschuppung der hellen Flügeldeckenzeichnungen besteht ganz oder zum Teil aus runden oder ovalen weißen Schuppen.
#5
→ 6Die Beschuppung der Querbinde hinter der Flügeldeckenmitte besteht ausschließlich aus kurzovalen oder runden Schuppen; die hellen Flügeldeckenzeichnungen fast kreideweiß und scharf gegen den dunklen Untergrund abstechend. Halsschild zum Vorderrand deutlich aufgebogen.
→ 7-Die Beschuppung der Querbinde hinter der Flügeldeckenmitte besteht aus ovalen Schuppen, zwischen die längliche, ± haarförmige Schuppen eingemengt sind.
#6
imperialis SchultzeDie weiße Schuppenquerbinde hinter der Flügeldeckenmitte zur Seite verkürzt und außen höchstens den 8. Zwischenraum erreichend; innen ist sie mit einem bis zur Spitze reichenden Nahtfleck verbunden. Die dichte weiße Beschuppung der Halsschildseiten umschließt einen schwarz behaarten Fleck; in der Grube vor dem Schildchen ein weiterer weißer Schuppenfleck. Auf den Flügeldecken ist vor der Querbinde noch eine verkürzte Querbinde auf dem 6.-8. Zwischenraum; außerdem kann der Schildchenfleck an der Basis erweitert sein oder alle Flecken sind zu einer umfangreichen hellen Zeichnung verflossen. Der Schienenaußenrand ist im Bereich der Bedornung vor der Spitze an Mittel- und Hinterschienen gerade. Penis [Abb. 6]. 2,8-3 mm. Vom Kaukasus über die Ukraine und Ungarn bis nach Mähren nachgewiesen. Auf Lamium.
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Abb. 6
sahlbergi (Sahlb., 1845)-Die Querbinde hinter der Mitte reicht bis an den Seitenrand; die verkürzte Binde davor reicht vom 6.-8. oder 9. Zwischenraum. Schildchenfleck lang und an der Basis auf die danebenliegenden Zwischenräume T-förmig erweitert; er kann in Ausnahmefällen bis zur Spitze reichen (var. venustus Schltz.), gewöhnlich ist er jedoch hinter der Mitte durch einen braun behaarten Abschnitt unterbrochen. Die restlichen Flügeldecken sind dunkel beschuppt. Schienen und Fühlergeißel braun, Tarsen etwas heller. Schienenaußenrand vor der Spitze konkav. Penis [Abb. 7]. 2,5-2,9 mm. Von Sibirien über Rußland und Polen verbreitet, nach Westen sehr sporadisch und selten; gesicherte Angaben: Danzig, Mark Brandenburg (Oderberg), Hamburg, Oldenburg, auch in Dänemark und Frankreich sehr selten, ?Österreich. An Lamium.
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Abb. 7
#7
kraatzi (Bris.)Fühlergeißel und -Keule gelbrot, die Keule langgestreckt (Fühler 158:7). Die vordere Schuppenquerbinde besteht überwiegend aus länglichovalen, dachziegelartig überlagerten Schuppen und ist deutlicher als die dünner und lockerer beschuppte Querbinde hinter der Mittel. Sie entspringt auf dem 8. Zwischenraum fast in der Längsmitte und zieht schräg nach hinten bis zum 6. Zwischenraum. Die Schildchenmakel ist T-förmig erweitert und kann bis zur Basis des 4. Zwischenraumes reichen oder am 3. Zwischenraum enden oder dort unterbrochen sein. Penis [Abb. 8]. 2,6-3,1 mm. Ost-, Südost-, Süd- und südliches Mitteleuropa, in der Tschechoslowakei und in Õsterreich verstreut und sehr selten; zweifelhafte alte Angaben auch aus Schlesien und Sachsen. Auf Stachys silvatica und palustris.
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Abb. 8
→ 8-Fühlergeißel und Keule dunkelbraun bis schwarz, die Keule kürzer. Die vordere Flügeldeckenbinde liegt deutlich vor der Flügeldeckenmittel; die 3 hierher gehörenden Arten sind einander sehr ähnlich und lassen sich am leichtesten durch getrennte Bestimmung der Geschlechter unterscheiden. Die ♂ sind an der flachen Bauchgrube auf den vorderen Sterniten leicht zu erkennen.
#8
→ 9Bauch gleichmäßig flach gewölbt (♀).
→ 11-Bauch mit flacher Grube auf den vorderen Sterniten (♂).
#9
Fühlereinlenkung der Rüsselbasis stärker genähert als der Rüsselspitze. Vordere Rüsselhälfte glatt und glänzend, Rüssel (in Seitenansicht messen) etwas länger als Kopf + Halsschild zusammen. pubicollis ♀, siehe LZ >>>11
→ 10-Fühlereinlenkung etwa in der Rüsselmitte oder mehr der Spitze genähert, Spitzenhälfte des Rüssels deutlich und ± dicht punktiert.
#10
Rüssel dünn, so lang wie Kopf + Halsschild zusammen. Fühlereinlenkung in der Mitte des Rüssels. virgatus ♀, siehe LZ >>>12
-Rüssel nur so lang wie der Halsschild; Fühlereinlenkung der Rüsselspitze näher als der -basis. signatus ♀, siehe LZ >>>12
#11
pubicollis (Gyll., 1837)♂: Rüssel deutlich gekrümmt, wenig kürzer als Kopf + Halsschild zusammen [Abb. 9], die Fühlereinlenkung in der Mitte des Rüssels. Die dunkle Grundbehaarung zwischen den hellen Flügeldeckenzeichnungen oft reduziert und teilweise durch hellere Haarschuppen ersetzt [Abb. 10] oder vollständig hell beschuppt (a. continuus Rey), so daß die hellen Binden nur durch ihre dichter gelagerten ovalen Schuppen erkennbar sind. Penis [Abb. 11]. 2,5-3,1 mm. Europa ohne den Norden; in Mitteleuropa verbreitet aber selten, fehlt im Nordwesten; an Stachys officinalis (betonica).
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Abb. 9
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Abb. 10
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Abb. 11
→ 12-Rüssel schwach gekrümmt, die Fühlereinlenkung der Rüsselspitze näher als der-basis.
#12
virgatus (Gyll.)♂: Rüssel ziemlich lang und schlank, deutlich länger als der Halsschild, bis zur Fühlereinlenkung dicht, zur Spitze feiner und dünner behaart. Dorn am inneren Spitzen-Winkel an Mittel- und Hinterschienen gleichlang. Penis [Abb. 12]. Die hellen Flügeldeckenzeichnungen bestehen größtenteils aus Schuppenhaaren, zwischen die auf dem Nahtzwischenraum und der vorderen Schrägbinde einzelne ovale Schuppen eingestreut sind. Die vordere Schrägbinde reicht gewöhnlich vom 5.-9. Zwischenraum. 2,5-3,2 mm. Von Sibirien über Osteuropa bis ins südöstliche Mitteleuropa verbreitet, und in der Slowakei, Mähren und dem Burgenland vorkommend. Vom V-VII an xerothermen Stellen auf Phlomis tuberosa.
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Abb. 12
signatus (Gyll., 1837)-♂: Rüssel ziemlich kurz, etwa so lang wie der Halsschild, bis zur Spitze matt und behaart. Dorn an den Mittelschienen deutlich, an den Hinterschienen nur winzig oder fehlend. Penis [Abb. 13]. Die vordere Schrägbinde und der lange Schildchenfleck dicht mit ovalen Schuppen bedeckt und dadurch die Oberseite kontrastreicher gefärbt; auch in die hintere Binde sind einzelne ovale Schuppen eingestreut. Vordere Schrägbinde kurz, vom 6.-8. Zwsichenraum reichend. 2,3-3,2 mm. Europa ohne den Norden; in Mitteleuropa verbreitet aber selten, fehlt im Flachland. An xerothermen Stellen an Stachys recta von V-VIII.
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Abb. 13
Enthaltene Taxaimperialis kraatzi nubeculosus paravilis pubicollis sahlbergi signatus uniformis viduatus virgatus
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