Familie Curculionidae

ColeopteraRhynchophora
Von Arved Lompe (n. E. Reitter, G.A. Lohse)
Rüssler, Rüsselkäfer. Kopf in einen stets deutlichen Rüssel verlängert; Oberlippe meist nicht sichtbar; Fühler meistens gekniet, mit langem schaftförmigen Wurzelglied, seltener ungekniet, eine Keule ist stets vorhanden. Schienen, wenigstens bei den Arten der europäischen Fauna, stets ohne Zähnchen am Außenrand. Die Arten sind insgesamt phytophag, die Larven und Käfer leben an den Wurzeln, den Blättern, Blüten und Früchten verschiedener Pflanzen und werden zum Teile schädlich. Die Larven sind madenförmig, mit verkümmerten Beinen. Die Curculioniden bilden eine der größten Familien der Käfer und sind auch bei uns sehr reich vertreten.- Die angegebenen Körpergrößen sind stets ohne Rüssel zu verstehen.
Reitter hat die Bestimmungstabelle nach den seinerzeit vermuteten natürlichen Verwandtschaften, das heißt äußeren morphologischen Ähnlichkeiten, aufgebaut. Die Ansichten über die Verwandschaften haben sich inzwischen aber grundlegend geändert. Mit einbezogen sind auch die inzwischen als eigenständige Familien abgetrennten Formen, auf die entsprechend verwiesen wird.
Für Anfänger ist der Einstieg in diese Gruppe nicht immer einfach; die neuere Tabelle von Kippenberg ist daher in erster Linie nach praktischen Gesichtspunkten aufgebaut; ihnen wird empfohlen vorerst diese Tabelle zu verwenden. Siehe ...Curculionidae_Kippenberg
Bei den höheren taxonomischen Einheiten folge ich hier noch nicht dem aktuellen Katalog, sondern der traditionellen Einteilung, wie sie von Reitter und später im FHL verwendet wurde. Eine Anpassung ist vorgesehen, für Hilfe dazu wäre ich dankbar [Abb. 1].
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Abb. 1
#1
→ 2Rüssel dick und meist kurz und gerade, niemals stielrund, oben abgeflacht oder leicht gewölbt, oder mit seitlichen Kanten, die Fühler in der Nähe der Spitze oder zwischen Mitte und Spitze eingefügt. Der Schaft meistens den Vorderrand der Augen überragend. Vorderrand des Rüssels gewöhnlich mit dreieckigem oder halbrundem Ausschnitte. Augen stets rundlich, am oberen Seitenteile stehend, stets viel schmäler als der Rüssel hoch. Der Kehlausschnitt ist einfach rund oder viereckig und vom Kinn mehr oder weniger ausgefüllt; die Oberkiefer haben an ihrem äußeren Winkel eine Narbe (rauhe und flache Stelle) von oft erhaltenen horn- oder sichelartigen Anhängen, einem Larvenorgan, das beim vollständigen Insekte in der Regel abbricht. Formen, bei denen die Fühlergruben ganz auf die Oberseite gerückt sind, gehören zu dieser Abteilung. (Curculiones adelognathi).
→ 7-Rüssel seltener kurz und dick, meistens lang und dünn und gebogen, gewöhnlich stielrund, die Fühler meistens in der Nähe der Mitte oder hinter derselben eingefügt, der Schaft nur bei sehr kurzrüsseligen Formen den Vorderrand der Augen überragend. Augen größer, meistens quer und fast so breit als der Rüssel an seiner schmälsten Stelle, die Sehfläche nach vorn und außen gerichtet. Bei kleinen Augen (selten) sind dieselben mehr der Unterseite als der Stirnoberseite genähert. Oberkiefer einfach, (bei den Rhynchitini außen mit Zähnchen) außen stets ohne Narbe, die Imagines stets ohne Anhänge. Rüssel am Vorderrand abgestutzt oder flach dreibuchtig, nur bei einigen großen Formen mit einem dreieckigen Ausschnitte. - Arten mit an die Brust anlegbarem Rüssel, oder an der Basis gezähnten Klauen, oder mit feinen Fühlern, deren Schaft nur bis zum Vorderrand reicht, gehören in diese Abteilung. (Curculiones phanerognathi).
#2
→ 3Rüssel seitlich nicht zusammengedrückt und fast gerade, die Augen stehen an den Seiten des Kopfes und sind von einander getrennt.
Tanyrhynchinae-Rüssel stark zusammengedrückt, an der Fühlereinlenkungsstelle etwas geknickt, die Augen ganz auf die Oberseite des Rüssels gerückt, nicht vorstehend, einander fast berührend [Abb. 2]. Körper Sciaphilus-ähnlich. Diese Unterfamilie gehört, da sie einfache verkümmerte Oberkiefer besitzt, unter die Abteilung der phanerognathen Curculioniden, wo sie neben die Curculioninae zu stellen ist.
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Abb. 2
#3
→ 4Der Vorderrand des Halsschilds ist gerade abgeschnitten, an den Seiten hinter den Augen nicht gebuchtet (ohne Augenlappen.)
→ 6-Vorderrand des Halsschilds an den Seiten hinter den Augen gebuchtet und dahinter mehr weniger stark lappig vorgezogen (mit Augenlappen). Augen am Unterrand ein wenig gewinkelt, von da mit einer Rinne (nicht mit Fühlerrinne zu verwechseln) nach unten zur Rüsselabschnürung.
#4
TanymecinaeHalsschild unten an den Seiten des Vorderrands unter den Augen mit einer Gruppe auffallend längerer Haarfransen besetzt [Abb. 3]. Die Haarfransen etwa so lang wie der kleine Augendurchmesser.
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Abb. 3
→ 5-Halsschild an den Seiten des Vorderrands hinter den Augen ohne lange Haarfransen, höchstens überall gleichmäßig mit feinen und kurzen Saumhärchen besetzt, die viel kürzer als der kleine Augendurchmesser sind.
#5
OtiorhynchinaeDie Fühlerrinnen sind stets auf der Oberseite des Rüssels, also ganz dorsal gelegen, grubig vertieft, kurz oder länglich, am oder nahe am Vorderrand des Rüssels; die Fühlereinlenkung ist von oben ganz zu sehen [Abb. 4], der Außenrand der Fühlergrube ist oft in einen flügelförmigen oder ohrenförmigen Wulst erweitert (Pterygien) [Abb. 5], oder die Fühlergruben verflachen sich auf die Außenseiten, ohne sich scharf rinnenförmig nach abwärts zu biegen. Der Fühlerschaft überragt stets die Augen.
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Abb. 4
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Abb. 5
Brachyderinae-Die Fühlerrinnen sind mehr an die Seiten des Rüssels gerückt, meist länger und schmäler und ihr Außenrand biegt mehr oder weniger scharf und schräg nach abwärts ab, nur bei wenigen Formen laufen sie gerade zu den Augen, oft ist nur ein schmaler Teil der Fühlerfurche von oben sichtbar. Der Fühlerschaft überragt manchmal nicht die Augen. Habitus [Abb. 6] [Abb. 7] [Abb. 8].
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Abb. 6
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Abb. 7
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Abb. 8
#6
EremninaeDie Fühlerfurchen befinden sich auf der Oberseite des Rüssels, Fühler gekniet mit längerem Schaftglied. Körper Phyllobius-ähnlich.
Brachycerus A.G. Olivier, 1789🗺Coleoweb-Die Fühlerfurchen befinden sich an den Seiten des Rüssels, Fühler auffallend kurz und nicht gekniet. Körper kurz und plump, oben stark gebuckelt [Abb. 9]. Unterfamilie Brachycerinae
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Abb. 9
#7
CleoninaeDie Fühlerfurche ist sehr schräg nach abwärts gebogen und nicht zu den Augen gerichtet, sie mündet unten vor den Augen, ihr vorderster Teil ist manchmal zum Teil von oben sichtbar [Abb. 10]. Rüssel dick, mit 1 bis 3 Längskielen, oder lang und stielrund. Vorderhüften mehr dem Vorderrand als dem Hinterrand genähert. Umfasst meist große Formen, mit an der Schienenspitze nach innen gerichtetem Dorn und mit abgestumpfter Rüsselspitze, letztere manchmal flach dreibuchtig, oft mit kahler, dreieckiger, nicht vertiefter Spitzenfläche; Flügeldecken manchmal spitzig vorgezogen, Klauen zumeist an der Basis verwachsen.
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Abb. 10
→ 8-Die Fühlerfurchen sind mehr gerade und zu den Augen oder wenigstens zum unteren Rand der Augen gerichtet, selten wie oben, dann sind aber die Fühler näher an die Augen eingefügt und der Rüssel an dieser Stelle verdickt (bei den Calandrini).
#8
→ 14Die Fühler sind an oder nahe der Spitze des Rüssels eingefügt, der letztere an der Spitze etwas erweitert und die Basis der Fühlerfurche ist am seitlichen Teile der Oberseite gelegen und daselbst von oben sichtbar. Schienen meistens an dem inneren Spitzenende mit einem nach innen gerichteten Hornhaken, niemals mit einem solchen an der äußeren Ecke. Hierher meist große Formen. (Curculionae sensu Reitter).
→ 9-Die Fühler sind ganz an den Seiten des meist dünnen und gewöhnlich stielrunden Rüssels eingefügt und die Basis der Fühlerfurchen ist von oben nicht sichtbar. Rüsselspitze ohne Ausschnitt, selten flach dreibuchtig.
#9
Apionidae Schönherr, 1823🗺ColeowebTrochanteren groß, alle Schenkel an der Spitze derselben angefügt, Rüssel mehr weniger lang, stielrund, Pygidium meist bedeckt, Klauen in der Regel fein gezähnt, Fühler meist nicht deutlich gekniet.
→ 10-Trochanteren normal, klein, schräg an der Schenkelbasis aufsitzend.
#10
→ 19Fühler gekniet, mit längerem Schaftglied. (Nur bei Rhamphus nicht gekniet, aber der Rüssel ist an die Brust anlegbar und die Fühlerkeule ist geringelt.), die Keule eiförmig oder oval, die Keulenglieder meist nur durch sehr feine Nähte von einander geschieden (geringelt); der Rüssel oft an die Vorderbrust anlegbar. Unterfamilie Calandrinae sensu Reitter).
→ 11-Fühler einfach, nicht gekniet, das 1. Glied nicht verlängert, kaum länger als das 3., die 3-gliedrige Keule mit vollkommen gesonderten Gliedern, Rüssel stets vorgestreckt, Oberkiefer meistens am Außenrand gezähnt, Mittelhüften etwas schräg gestellt; Körper oft metallisch gefärbt. Rhynchitinae auct..
#11
→ 12Flügeldecken ohne Nahtstreifen und Punktreihen.
→ 13-Flügeldecken zumindest in der hinteren Hälfte mit einem Nahtstreifen, meist auch mit deutlichen oder zwischen der Grundpunktur erkennbaren Punktreihen.
#12
CimberidaeKlauen einfach, ungezähnt.
Nemonychidae Bedel, 1882🗺Coleoweb-Klauen kräftig gezähnt.
#13
Rhynchitidae Gistel, 1848🗺ColeowebSchienen einfach, ohne oder nur am inneren Spitzenwinkel mit kleinem Endsporne, die Klauen an der Basis nicht verwachsen und meistens innen an der Basis mit zahnartigem Anhang. Körper meistens behaart, die Behaarung gewöhnlich abstehend, selten fehlend.
Attelabidae Billberg, 1820🗺Coleoweb-Vorderschienen innen gekerbt oder gezähnelt, die Schienen am äußeren Spitzenwinkel mit einem Hornhaken, die Klauen einfach, aber an der Basis verwachsen, Körper kahl.
#14
Tropiphorus Schoenherr, 1842🗺ColeowebKlauen an der Basis verwachsen. Unterfamilie Leptopiinae.
→ 15-Klauen frei.
#15
RhytirrhininaeHalsschild mit 3 Längsfurchen, wovon die seitlichen oft zu Gruben aufgelöst sind. Stirn über den Augen oft höckerig aufgetrieben oder durch die Behaarung buckelig erscheinend. Schienen mit mäßig kleinen Enddornen, der äußere Spitzenrand einfach bewimpert, ohne schmale glatte Randfläche: Körbchen offen. Tarsen schmal, das 3. Glied nicht oder sehr wenig breiter als die vorhergehenden Glieder. Oberseite sehr uneben.
→ 16-Halsschild nur mit einer, sehr selten mit dichten, zahlreichen Längsfurchen, oft mit einem Längskiele in der Mitte. Stirn über den Augen nicht höckerig aufgetrieben, Tarsen selten mit nicht verbreitertem 3. Gliede.
#16
→ 17Alle Schienen höchstens am inneren Ende mit einem sehr kleinen, oft undeutlichen Dörnchen bewaffnet, der Spitzenrand einfach, nicht glatt und in den Enddorn übergehend: Körbchen der Hinterschienen offen.
→ 18-Alle Schienen am inneren Ende mit einem mehr weniger großen, quer nach innen ausmündenden Hornhaken, der schmale Spitzenrand außen kahl und in den Hornhaken mündend, davor mit Wimperhaaren besetzt (das heißt Körbchen mehr weniger geschlossen); bei den ganz kleinen Formen allerdings ziemlich schwer sichtbar.
#17
Hyperini Marseul, 1863🗺ColeowebRüssel stielrund, ungefurcht, an der Spitze mehr oder weniger kahl, Halsschild ohne Mittelkiel oder Mittelfurche. Ausgezeichnet durch die Vorderhüften, welche dem Vorder- und Hinterrand der Vorderbrust genähert sind, während sie bei den andern Tribus vom Vorderrand viel mehr als vom Hinterrand abstehen. Tribus
Graptus Schoenherr, 1823🗺Coleoweb-Rüssel oben etwas abgeflacht, mit einer Mittelfurche, Halsschild mit einer oft rudimentären Mittelfurche, selten ohne solche, oder mit Mittelkiel, die Fühlerfurche meistens scharf eingeschnitten und bis zum unteren Teile der Augen reichend, die Schienen meistens mit kleinem, sichtbaren Enddorne. Flügeldecken gewöhnlich mit je 2 schrägen helleren Schuppenflecken [Abb. 11]; Tribus Alophini In Mitteleuropa nur Gattung (=Alophus Schönh.)
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Abb. 11
#18
HylobiinaeDas 1. Glied der Fühlerkeule ist nicht so lang als die 2 nächsten zusammen (1), das 7. Glied der Geißel bildet durch Verbreiterung ein Übergangsglied zur Keule. Flügeldecken mit ganz gleichmäßigen Zwischenräumen der Punktstreifen. Hierher große Formen. (1) Die ovale Keule besteht immer aus 4 Gliedern, deren Nähte nur schwach ausgeprägt sind und wovon die erste Naht, zwischen dem 1. und 2. Glied, oft nur angedeutet erscheint, weil die Nähte mehr weniger verwachsen sind; auf der Innenseite sind die Nähte deutlicher als auf der äußeren.
Plinthina Lacordaire, 1863🗺Coleoweb-Das 1. Glied der Fühlerkeule ist so lang als die 2 nächsten zusammen oder länger, das 7. Glied der Geißel ist in der Regel kein erweitertes Übergangsglied zur Keule. Oberseite oft rauh skulptiert, Flügeldecken oft mit abwechselnd höher erhabenen Zwischenräumen der Punktstreifen. Hierher große und kleine Formen. Unterfamilie Molytinae, Tribus Molytini, Subtribus
#19
Rhynchophorinae Schönherr, 1833🗺ColeowebSchienen mit feinen Längskielen oder Punktstreifen. Der Rüssel dünn und stielrund, die Fühler nahe der Basis unter einer Verdickung des Rüssels eingefügt und der Schaft die Augen überragend, die Keule hornig, glatt und glänzend, nur an der Spitze geringelt oder schwammig, Vorderbrust ohne Rüsselrinne, Halsschild länger als breit, Flügeldecken am Spitzenrand mit schmalem, häutigen Saume. Pygidium unbedeckt, senkrecht abfallend. Klauen frei.
→ 20-Schienen ohne Punktreihen und ohne Längskiele; selten mit solchen, dann hat aber die Vorderbrust eine tiefe Rüsselrinne und der Rüssel ist in der Ruhe untergebogen; Flügeldecken am Spitzenrand ohne Hautsaum.
#20
→ 21Alle Schienen am äußeren Spitzenrand mit einem dornförmigen Sporne. Klauen frei, an der Basis nicht verwachsen.
→ 28-Alle Schienen am inneren Spitzenrand mit einem Enddorne oder Endhaken oder ganz ohne solche.
#21
ZygopinaeAugen groß, auf der Stirn einander fast berührend [Abb. 12], die Epimeren der Mittelbrust an den Seiten zwischen Halsschild und Flügeldecken von oben sichtbar, Pygidium frei, unbedeckt. (Coryssomerinae)
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Abb. 12
→ 22-Augen durch die Stirn deutlich getrennt, die Epimeren der Mittelbrust an den Seiten zwischen Halsschild und Flügeldecken von oben nicht sichtbar. Pygidium meistens von den Flügeldecken bedeckt.
#22
→ 23Vorderbrust ohne tief eingeschnittene Rüsselfurche, der Rüssel auch in der Ruhe frei vorgestreckt.
Cryptorhynchinae Schoenherr, 1825🗺Coleoweb-Vorderbrust mit tiefer Rüsselfurche, in welche in der Ruhe der Rüssel eingezogen ist [Abb. 13] [Abb. 14].
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Abb. 13
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Abb. 14
#23
→ 24Schenkel ungezähnt, selten gezähnt, dann die Oberseite kahl.
Trachodes Germar, 1824🗺Coleoweb-Alle Schenkel mit großem Zahne. Oberseite beschuppt und mit aufstehenden Schuppenborsten besetzt [Abb. 15].
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Abb. 15
#24
→ 25Das Klauengld. das gelappte 3. Glied kaum überragend oder ganz fehlend. Schenkel ungezähnt. Körper klein, Schienen nur mit feinem äußeren Enddorne. Benagen Sumpfpflanzen.
→ 26-Das Klauenglied normal vorragend. Schienen mit kräftigem Sporne. Oberseite oft mit hellen Schuppenflecken.
#25
Anoplus Germar, 1820🗺ColeowebDas Klauenglied fehlt ganz. Schildchen vorhanden. Oberseite ohne Schuppenflecken. Unterfamilie Anoplinae.
Tanysphyrus Germar, 1817🗺Coleoweb-Das Klauenglied sehr kurz, aber deutlich. Schildchen fehlend. Oberseite mit Schuppenflecken [Abb. 16]. Unterfamilie Tanysphyrinae
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Abb. 16
#26
Pissodes Germar, 1817🗺ColeowebOberseite oft mit hellen Schuppenflecken. Vorderhüften von einander getrennt. Schenkel ungezähnt. Körper ziemlich groß.
→ 27-Oberseite unbeschuppt, selten fein behaart.
#27
Magdalis Schoenherr🗺ColeowebTarsen normal, das 3. Glied 2-lappig, das Klauenglied nur um eines Gliedes Länge das 3. Glied überragend. Halsschild vor den etwas eckigen Hinterwinkeln ausgeschweift. Schenkel meistens gezähnt. Oberseite blau, grün, rot oder schwarz. (=Magdalis Germar, 1817)
Cossoninae Schoenherr, 1825🗺Coleoweb-Tarsen kurz und schmal, das 3. Glied nicht oder wenig breiter, das Klauenglied lang und dünn, wenig kürzer als die übrigen Glieder zusammen. Halsschild zu den Hinterwinkeln zugerundet. Oberseite glatt oder fein behaart, Rüssel verschieden gebildet, oft in beiden Geschlechtern ungleich geformt. Schenkel einfach.
#28
→ 29Die Epimeren der Mittelbrust sind groß, hoch aufsteigend, an den Seiten zwischen Halsschild und Flügeldecken von oben etwas sichtbar. Pygidium von den Flügeldecken fast, meistens nicht ganz bedeckt.
→ 32-Die Epimeren der Mittelbrust an den Seiten zwischen Halsschild und Flügeldecken von oben nicht sichtbar.
#29
→ 30Schienen sehr selten mit deutlichem, kleinem Endsporne. Augen auf der Stirn einander nicht berührend, oft nach oben etwas vorragend, rundlich. Halsschild meistens mit einem Augenlappen am Vorderrand hinter den Augen, der Vorderrand gewöhnlich aufgebogen, die Scheibe häufig mit seitlichen Dorsalhöckerchen, Flügeldecken meist kurz und breit gebaut. Die Vorderbrust sehr oft mit tiefer Rüßelfurche. Klauen oft innen an der Basis mit zahnartigem Anhange.
→ 31-Schienen mit deutlichem Enddorne. Halsschild am Vorderrand ohne Augenlappen, niemals mit seitlichen Dorsalhöckerchen, Vorderbrust ohne Rüsselfurche, Klauen einfach, ungezähnt. Einzelne Arten der Balaninini weisen ebenfalls von oben etwas sichtbare Epimeren der Mittelbrust auf, sie haben aber an der Basis gezähnte Klauen. Vergleiche LZ >>>35
#30
Orobitis Germar, 1817🗺ColeowebDer nach vorn stark abfallende Halsschild bildet zusammen mit den Flügeldecken in Seitenansicht eine gleichmäßig gerundete Kurve [Abb. 17]. Körper fast kugelförmig, Beine sehr lang [Abb. 18]. Rüsselbasis breiter als die Stirn, Rüssel von der Mitte zur Spitze verschmälert. Unterfamilie Ithyporinae. Glänzend blau oder schwarz, nur sehr fein behaart. Bei uns nur Gattung
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Abb. 17
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Abb. 18
Ceutorhynchinae Gistel, 1848🗺Coleoweb-Halsschild und Flügeldecken bilden in Seitenansicht keine gleichmäßig gerundete Kurve. Rüsselbasis höchstens so breit wie die Stirn zwischen den Augen. Rüssel zur Spitze nicht merklich verschmälert.
#31
ZygopinaeAugen groß, auf der Stirn einander sehr stark genähert [Abb. 19], oder einander berührend, Rüssel dünn, oben zwischen Rüssel und Stirn ohne Querfurche. Schenkel gezähnt. (=Coryssomerinae) Nach heutiger Einteilung: Unterfamilie Conoderinae Schoenherr, 1833 - Supertribus Conoderitae Schoenherr, 1833 - Tribus Coryssomerini C. G. Thomson, 1859
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Abb. 19
Baridinae Schönherr, 1836🗺Coleoweb-Augen an den Seiten des Körpers stehend, ihr Unterrand auf der Unterseite befindlich, ihr Oberrand die Oberfläche der Stirn nicht erreichend, Rüssel meist kräftig, zwischen diesem und der Stirn über den Augen eine quere Einsenkung. Schenkel nicht gezähnt. Körper länglich, meistens kahl [Abb. 20]. (=Barinae) Nach heutiger Einteilung: Unterfamilie Conoderinae Schoenherr, 1833 - Supertribus Bariditae Schoenherr, 1836
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Abb. 20
#32
→ 33Fühlergeißel (zwischen Schaft und Keule) mit 6 oder 7 Gliedern
→ 42-Fühlergeißel (zwischen Schaft und Keule) nur 5- oder 4--gliedrig..
#33
→ 34Hinterschenkel nicht verdickt, Käfer ohne Sprungvermögen, Rüssel in der Ruhe nicht untergebogen.
Rhynchaeninae-Hinterschenkel verdickt, Käfer mit Sprungvermögen, Rüssel in der Ruhe an die Vorderbrust gelegt. Augen auf der Stirn genähert.
#34
→ 35Rüssel von gleicher Dicke, zur Spitze nicht verschmälert. Das 2. Bauchsegment gerade abgeschnitten, an den Seiten nicht nach hinten bogig erweitert.
Tychiini C. G. Thomson, 1859🗺Coleoweb-Rüssel, von der Seite gesehen, von der Basis zur Spitze allmählich verschmälert, sehr selten parallel, das 2. Sternit an den Seiten im Bogen nach hinten gezogen. Die Klauen an der Basis meistens mit zahnartigem Anhang.
#35
Curculionini Latreille, 1802🗺ColeowebFlügeldecken fast 3-eckig, kurz gebaut, an der Basis breiter als der Halsschild, Kopf halbkugelig, an dessen Oberseite sich der lange, dünne, gebogene, beim ♀ viel längere Rüssel befindet, Stirn und Rüssel liegen deshalb nicht in einer Ebene, die Oberkiefer an der Spitze des Rüssels als 2 kleine konische, einfache Zapfen herabhängend, weder gebogen, noch innen gezähnt, stets vorgestreckt. Epimeren der Mittelbrust oft groß und aufsteigend, und an den Seiten zwischen Halsschild und Flügeldecken manchmal von oben etwas sichtbar. Schenkel und Klauen, letztere an der Basis, gezähnt. (=Balaninini)
→ 36-Flügeldecken länger, oval oder parallel, oft nach hinten etwas erweitert (Anthonomini), nicht 3-eckig, die Oberkiefer an der Spitze des Rüssels klein, hakig gebogen, innen mit einem stumpfen Zahn, in der Ruhe mehr weniger eingezogen und dann nicht sichtbar, die Epimeren der Mittelbrust nach oben nicht verlängert und von oben gar nicht sichtbar, die Klauen meistens einfach, selten gezähnt oder an der Basis etwas verwachsen.
#36
→ 37Die Augen treten aus der Wölbung des Kopfes vor. Schildchen deutlich.
→ 39-Die Augen treten aus der Kopfwölbung nicht deutlich vor, Flügeldecken nach hinten nicht verbreitert, Schenkel manchmal gezähnt, Hinterschienen ohne abgeschrägte Außenfläche an der Spitze (offene Körbchen), die Tarsen meistens einfach, ohne Zahn.
#37
→ 38Flügeldecken hinter der Mitte am breitesten, selten lang und parallel, Hinterschienen einfach, ihr 1. Tarsenglied an der Basis nicht gebogen, Vorderbrust ohne Rüsselfurche.
Arthrostenini Reitter, 1913🗺Coleoweb-Flügeldecken normal, Schenkel ungezähnt, Hinterschienen an der äußeren Spitze mit plötzlich abgeschrägter Fläche (geschlossene Körbchen) die Schienen auf der Innenseite gezähnelt, mit nach innen gerichteten, kräftigen Endspornen, das 1. Glied der Hintertarsen an der Basis gekrümmt, Klauen einfach, Vorderbrust mit einer Rüsselfurche. - Hierher Arten aus der Türkei, Kleinasien, Kaukasus und Transkaspien. Unterfamilie Erirhininae, Tribus In die Nähe derselben gehört auch die Gattung Trichocaulus (longipilis), aus Algier, mit langen abstehenden Haaren und außen und innen gezähnelten Schienen
#38
Anthonomini C. G. Thomson, 1859🗺ColeowebSeitenrand des Halsschilds verrundet, die Schenkel meistens gezähnt und die Klauen gewöhnlich mit zahnartigem Anhang an der Basis. Ausgezeichnet durch die Mittellage der Vorderhüften, welche dem Vorder- und Hinterrand der Vorderbrust in gleicher Weise genähert sind.
Ochrinulus Schoenherr, 1825🗺Coleoweb-Seitenrand des Halsschilds scharfkantig abgesetzt und die Vorderwinkel zähnchenförmig vorragend, Schenkel ungezähnt, Klauen einfach und frei. - Hierher eine Gattung aus Südwesteuropa. Tribus Derolomini.
#39
→ 40Flügeldecken an der Spitze gemeinschaftlich abgerundet und das Pygidium ganz oder zum größten Teile bedeckend.
Acalyptus Schoenherr, 1833🗺Coleoweb-Flügeldecken an der Spitze abgestumpft und einzeln breit gerundet, das ganze Pygidium unbedeckt lassend. Körper Tychius-ähnlich [Abb. 21]. Tribus Acalyptini, Gattung
acalyptus_carpini_hab.jpg
Abb. 21
#40
→ 41Klauen an der Basis ohne Zahn, Stirn zwischen den Augen kaum eingeengt, nicht deutlich schmäler als der Rüssel.
Ellescus Dejean, 1821🗺Coleoweb-Klauen an der Basis mit einem Zähnchen. Die Augen erreichen fast den Oberrand des Kopfes. Tribus Ellescini, Gattung
#41
→ 41aDas 3. Glied der Tarsen gar nicht, oder sehr wenig breiter als das vorhergehende, an der Spitze einfach, oder nur für die Aufnahme des Klauengliedes sehr schwach ausgerandet, niemals 2-lappig.
→ 41b-Das 3. Glied der Tarsen oft wenig breiter als die vorhergehenden Glieder, aber stets 2-lappig, zur Aufnahme des Klauengliedes tief ausgeschnitten.
#41a
Bagoinae C. G. Thomson, 1859🗺ColeowebAugen vorhanden. Flügeldecken parallel, an der Spitze schnabelförmig verengt und abgerundet, das Pygidium vollständig bedeckend [Abb. 22] [Abb. 23] [Abb. 24]. Fühlergeißel fast kahl. Klauen einfach. Oberseite mit einer das Wasser abstoßenden, verwachsenen Beschuppung.
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Abb. 22
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Abb. 23
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Abb. 24
Raymondionymidae Reitter, 1913🗺Coleoweb-Augen fehlend, Fühlergeißel 6-, selten 5-gliedrig, Halsschild mindestens so lang als breit, Flügeldecken lang oval, hinten gemeinschaftlich abgerundet, nicht schnabelförmig [Abb. 25]. Körper gelb bis rotbraun, fast kahl. Leben unter tiefen Laublagen und unter tief in der Erde eingebetteten Steinen im Mittelmeergebiet. Familie
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Abb. 25
#41b
NotarinaeRüssel viel länger als breit. Größere Arten. Habitus [Abb. 26] [Abb. 27].
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Abb. 26
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Abb. 27
Stenopelminae-Kleiner als 2 mm; Rüssel kurz, nur doppelt so lang wie breit mit geschwungenen Seiten, zur Basis verengt; Fühler etwa in der Mitte des Rüssels eingelenkt. Habitus [Abb. 28].
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Abb. 28
#42
→ 43Schenkel mit einfachem oder ohne Zahn. Basalrand der Flügeldecken einfach. Schildchen vorhanden. Trochanteren klein, schräg an der Schenkelbasis aufsitzend.
Nanophyinae Gistel, 1848🗺Coleoweb-Schenkel auf der Innenseite meistens mit einem Dornzähnchen und davor mit 1-3 nadelspitzigen, kleinen Dörnchen. Basalrand der Flügeldecken fein und dicht gekerbt. Schildchen fehlt. Trochanteren groß, die Schenkel an der Spitze derselben angefügt. Körper klein, oval, gewölbt. Steht hier wegen der Ähnlichkeit, gehört aber zu den Apionidae
#43
MecininaeAugen seitenständig, Stirn zwischen den Augen mindestens so breit als der Rüssel. Alle Bauchsternite gerade abgeschnitten.
Cionini Schoenherr, 1825🗺Coleoweb-Augen stark auf die Oberseite des Kopfes gerückt, einander mehr genähert, die Stirn zwischen den Augen schmäler als der Rüssel, der Hinterrand des 2.-4. Sternites an den Seiten nach hinten vorgezogen. Flügeldecken an der Naht vor der Spitze meistens mit einem gemeinschaftlichen Tomentflecken.
Enthaltene TaxaAcalyptusAnoplusAnthonominiApionidaeArthrostenini AttelabidaeBagoinaeBaridinaeBrachycerusBrachyderinaeCeutorhynchinaeCimberidaeCionini CleoninaeCossoninaeCryptorhynchinaeCurculionini EllescusEremninae GraptusHylobiinaeHyperiniMagdalisMecininaeNanophyinaeNemonychidaeNotarinaeOchrinulus OrobitisOtiorhynchinaePissodesPlinthinaRaymondionymidaeRhynchaeninaeRhynchitidaeRhynchophorinaeRhytirrhininaeStenopelminaeTanymecinaeTanyrhynchinaeTanysphyrusTrachodesTropiphorus TychiiniZygopinae
Erstellt am: 05.08.2009 · Letzte Aktualisierung: 18.04.2026 - 14:35:41
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