Gattung Schistoglossa Kraatz

ColeopteraStaphylinidaeAleocharinaeAthetina
Von Arved Lompe (n. G. Benick & G.A. Lohse)
Durch den Bau der Mundteile sehr ausgezeichnet: Beide Mandibeln (bei curtipennis nur die linke) zweispitzig [Abb. 1], die Zunge (Ligula) bis auf den Grund in zwei schmale, etwas divergierende Lappen geteilt [Abb. 2]. Im Aussehen, Fühler- und Tarsenbau so weitgehend mit den Arten der Gattung Atheta (besonders Untergattung Philhygra und Dilacra) übereinstimmend, daß man sie nur mit erheblicher Übung vom Aussehen her unterscheiden kann. Es gibt deshalb auch die Möglichkeit, sie über die Untergattungtabelle der Gattung >>>Atheta auszusondern. Die Arten sind schwarz oder dunkelbraun, ziemlich matt chagriniert, Schläfen etwas oder wesentlich länger als die Augen, nach hinten etwas gerundet erweitert. Vorzugsweise in Sümpfen und an nassen, bewachsenen Uferstellen.
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Abb. 1
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Abb. 2
#1
viduata (Er., 1837)🗺ColeowebHinterleib bis zur Spitze dicht punktiert. 5. vollständiges Tergit kräftiger als die Basaltergite gekörnt punktiert. Halsschildbehaarung in der Mittellinie nach hinten gerichtet (Bei keiner Atheta-Art treten diese Merkmale gemeinsam auf). Schwarz, Fühler braunrot, ihre Basis und die Beine braungelb. Augen fast schläfenlang. Fühler schlank, vorletzte Glieder höchstens schwach quer. Kopf deutlich schmäler als der Halsschild, dieser nach vorn deutlicher verengt, schwach quer, in der Mitte abgeflacht (♂) oder flach eingedrückt (♀), äußerst fein und dicht punktiert, Flügeldecken fein und dicht punktiert. Aedoeagus, Spermatheka [Abb. 3]. 2,5-3,5 mm. D: Häufigste Art der Gattung; im Norden wohl überall nicht selten, sonst ziemlich selten.
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Abb. 3
→ 2-Hinterleib weniger dicht, auf dem 5. vollständigen Tergit nur fein eingestochen und weitläufig punktiert. Halsschild und Flügeldecken sehr fein und mäßig dicht punktiert. Durchschnittlich kleiner.
#2
→ 5Halsschildbehaarung jederseits der Mittellinie quer, in der Mittellinie nach vorn gerichtet. (Typ I [Abb. 4]), auf der 1.Hälfte der Flügeldecken schräg nach hinten außen gelagert.
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Abb. 4
→ 3-Halsschildehaarung ± schräg nach hinten (Typ II [Abb. 5], V [Abb. 6]), Flügeldeckenbehaarung gerade nach hinten gerichtet.
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Abb. 5
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Abb. 6
#3
→ 3aVorletzte Fühlerglieder deutlich quer, etwa 1 1/2x so breit wie lang. Halsschild schwach quer, aber umfangreich, so breit wie die Flügeldecken an den Schultern und länger als an deren Naht. Schläfen fast doppelt so lang wie die Augen. Pechschwarz, Halsschild und Flügeldecken dunkelbraun, Fühler und Beine rötlich. 1,7-2,3 mm. Hierher zwei Arten, die nur durch das Genital unterscheidbar sind.
→ 4-Vorletzte Fühlerglieder höchstens schwach quer.
#3a
curtipennis (Shp., 1869)🗺ColeowebAedoeagus, Spermatheka [Abb. 7]. B: In der Ebene sowie montan bis alpin. D: Verstreut und selten, vorzugsweise östlich verbreitet:. Holstein, Harz, Rhön, Sachsen, Bayern, östliches Österreich.
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Abb. 7
benicki Lohse, 1981🗺Coleoweb-Aedoeagus klein, nur halb so groß [Abb. 8]. B: Ebenso wie die vorige kaltstenotop. D: Bisher nur aus der Umgebung von Hamburg bekannt. Dort in Gesellschaft des curtipennis, aber seltener.
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Abb. 8
#4
drusilloides (Sahlb., 1876)🗺ColeowebAugen sehr klein, Schläfen stark gerundet erweitert, mehr als doppelt so lang wie die Augen. Halsschild schwach quer, 1 1/4x so breit wie lang, sehr umfangreich, seitlich gerundet, breiter als die kurzen Flügeldecken an den Schultern und bedeutend länger als an deren Naht. Pechschwarz, Halsschild und Flügeldecken rotbraun, Fühler braun, ihre Basis und Beine gelbrot. Aedoeagus, Spermatheka [Abb. 9]. 2,3-2,8 mm. D: Skandinavien; in Mitteleuropa bisher nur in Oldenburg, bei Hamburg und in den Hochlagen des Harzes festgestellt.
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Abb. 9
gemina (Er., 1837)🗺Coleoweb-1,7-2,3 mm. Augen größer, Schläfen höchstens 1 1/2 mal so lang wie die Augen. Halsschild schwach quer, 1/5 breiter als lang, schmäler als die Flügeldecken an den Schultern, so lang wie die Flügeldeckennaht. Pechschwarz, Halsschild und Flügeldecken dunkelbraun, Fühler braun, ihre Basis und Beine gelblichrot. Aedoeagus, Spermatheka [Abb. 10]. D: Wohl überall aber selten. (=Hoelzelia caricis Scheerpeltz)
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Abb. 10
#5
aubei (Bris., 1860)🗺ColeowebHalsschild 1/3 breiter als lang, Fühler schlank, vorletzte Gld. höchstens schwach quer. Schwarz oder schwarzbraun. Fühlerbasis und Beine hell bräunlichrot. Aedoeagus, Spermatheka [Abb. 11]. 2,4-3 mm. B: An Ufern. D: Wohl überall aber selten. Schistoglossa impressiceps Scheerp. fällt nach den in der Beschreibung angegebenen Merkmalen (größerer Kopfeindruck des ♂, breiterer Halsschild etc.) in die Variationsbreite der aubei, und wird hier, nachdem Benick & Lohse vom typischen Fundort stammende Tiere vorlagen, nicht als besondere Art behandelt. Kärnten.
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Abb. 11
Enthaltene Taxaaubei benicki curtipennis drusilloides gemina viduata
Erstellt am: 22.12.2021 · Letzte Aktualisierung: 10.02.2024 - 03:05:50
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