Familie Staphylinidae

Coleoptera
Von Arved Lompe (n. G.A. Lohse, L. Ganglbauer)
Für diese Tabelle wurden leicht erkennbare Merkmale verwendet, die zum Teil nur für die Angehörigen des Mitteleuropäischen Faunengebietes Gültigkeit haben.
In der Tabelle fehlt der Schlüssel zu den mittlerweile bei den Staphyliniden als Unterfamilie eingeordneten >>>Dasycerinae [Abb. 1], >>>Scaphidiinae [Abb. 2], >>>Scydmaeninae [Abb. 3] und >>>Pselaphinae [Abb. 4] [Abb. 5], die in der allgemeinen Tabelle der Coleoptera ausgewiesen werden.
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Abb. 1
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Abb. 2
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Abb. 3
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Abb. 4
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Abb. 5
#1
MicropeplinaeFlügeldecken mit starken Längsrippen, Hinterleib auf den Tergiten mit tiefen Gruben, die durch kräftige Längskiele getrennt sind [Abb. 6]. Fühler 9-gliedrig mit 1-gliedrigem Endknopf. Halsschild. auf der Unterseite mit scharf umrandeten Fühlergruben. Tarsen 3-gliedrig. Unterfamilie
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Abb. 6
→ 2-Flügeldecken meist ohne Rippen; wo solche vorhanden, besitzen die Hinterleibstergite keine Gruben. Fühler 11-, selten 10-gliedrig; wenn eine Endkeule vorhanden ist, so ist diese mindestens 2-gliedrig
#2
→ 3Fühler auf der Oberfläche des Kopfes auf der vorderen Stirn zwischen den Augen oder in Höhe des Augenvorderrandes oder Innenrandes frei eingelenkt [Abb. 7] [Abb. 8] (am besten schräg von vorne gesehen).
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Abb. 7
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Abb. 8
→ 4-Fühler am Vorder- oder Seitenrand des Kopfes eingelenkt.
#3
SteninaeKopf Cicindela-ähnlich mit großen, die Seiten völlig oder weitgehend einnehmenden vorgequollenen Augen, breiter als der Halsschild und hinten stark abgeschnürt. Halsschild an den Seiten ungerandet. Oberseite kräftig punktiert.
Aleocharinae Fleming, 1821-Kopf mit kleineren, nicht vorgequollenen Augen, selten breiter als der Halsschild, dann aber die Oberseite des Körpers nicht grob punktiert. Eine große Unterfamilie mit überwiegend kleinen Formen.
#4
→ 5Fühler am Vorderrand des Kopfes eingelenkt. Einlenkungsstelle innerhalb der Basis der Mandibeln gelegen, oder anders ausgedrückt: der Abstand der Außenkanten der Mandibeln größer als der Abstand der Fühlereinlenkungsstellen [Abb. 9] [Abb. 10].
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Abb. 9
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Abb. 10
→ 8-Fühler am Vorder- oder Seitenrand des Kopfes außerhalb oder über der Mandibelbasis eingelenkt, oder anders ausgedrückt: der Abstand der Fühlereinlenkungsstellen voneinander größer oder so groß wie der Abstand der Außenkanten der Mandibeln an ihrer Basis [Abb. 11].
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Abb. 11
#5
→ 6Fühler mit 2- oder 3-gliedriger Keule. Sehr kleine Arten von höchstens 2 mm Länge
Staphylininae Latreille, 1802-Fühler ungekeult, stets über 2 mm lange Arten
#6
Euaesthetinae Thomson, 1859Tarsen 4-gliedrig, Augen dem Hinterrand des Kopfes genähert, klein und vorstehend (57:1, 58:1)
Leptotyphlinae Fauvel, 1874-Tarsen 2-, selten 3-gliedrig, Kopf augenlos.
#8
→ 9Fühler haarförmig, an der Spitze ihrer mittleren Glieder mit einem Kranz dünner, langer Borsten besetzt [Abb. 12].
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Abb. 12
→ 10-Fühler nie extrem verdünnt und haarförmig
#9
HabrocerusHalsschild und Flügeldecken glänzend, kahl [Abb. 13]. Unterfamilie Habrocerinae, Gattung
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Abb. 13
Trichophya-Oberseite etwas matt, fein und dicht behaart [Abb. 14] [Abb. 15]. Unterfamilie Trichophyinae, Gattung
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Abb. 14
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Abb. 15
#10
→ 11Körper kahnförmig [Abb. 16] [Abb. 17], Hinterleib zur Spitze stark verschmälert und ± konisch. Kopf bis zu den flachen Augen in den Halsschild eingezogen. Vorderschenkel von oben gesehen vom Halsschild fast oder ganz verdeckt. Halsschild fast immer unbehaart und glänzend (ausgenommen Conosoma).
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Abb. 16
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Abb. 17
→ 12-Körper nicht kahnförmig; seltene Ausnahmen (Phloeocharis [Abb. 18], Pseudopsis) andernfalls behaart und entweder mit Rippen auf dem Halsschild oder mit vorspringenden Augen.
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Abb. 18
#11
Tachyporinae MacLeay, 1825Tarsen 5-gliedrig, Fühler 11-gliedrig, Vorderkörper nicht kugelig.
Hypocyphtini Laporte, 1835-Tarsen 4-gliedrig, Fühler 10-gliedrig, Vorderkörper kugelig, Flügeldecken ohne abgesetzte Epipleuren. Unterfamilie Aleocharinae Tribus
#12
OxyporusLippentaster mit quer dreieckigem, halbmondförmig ausgerandetem Endglied [Abb. 19]. Mandibeln lang vorstehend. Nur 1 Gattung mit glänzenden bunten Arten von sehr charakteristischem Aussehen [Abb. 20]. 7-10 mm. Unterfamilie Oxyporinae; nur Gattung
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Abb. 19
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Abb. 20
→ 13-Lippentaster anders gebaut.
#13
→ 14Halsschild und Flügeldecken mit Längsrippen.
→ 15-Halsschild und Flügeldecken fast stets glatt, selten eins von beiden mit Rippen, jedoch gelegentlich mit Längsrunzeln
#14
PseudopsisKörper lang oval mit flachem, hinten zugespitztem Hinterleib, Halsschild mit glattem Seitenrand. Unterfamilie Pseudopsinae Gattung
Thoracophorus-Körper gestreckt und gewölbt, Hinterleib stielrund. Halsschild an den Seiten mit zahnförmigen Lappen. Unterfamilie Osoriinae Gattung
#15
→ 16Hinterleib an den Seiten flach und randbildend abgesetzt. Die Außenkante der Absetzung ist messerscharf und durchaus einfach [Abb. 21].
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Abb. 21
→ 20-Die aufgebogene Randung des Hinterleib meist schmäler, stumpf und wenigstens vorn mit schmaler, separierter Dorsalfläche [Abb. 22].
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Abb. 22
#16
Omaliinae MacLeay, 1825Kopf mit 2 Ocellen (oder Chitinknöpfen?) am Hinterrand des Scheitels (bei einigen Gattungen sehr undeutlich; diese sind sicherheitshalber an anderer Stelle nochmals erwähnt). Vorderhüften konisch zapfenförmig vorragend. Unterfamilie
→ 18-Kopf ohne Ocellen oder nur mit einem Ocellus.
#18
Oxytelinae Fleming, 1821Körper metallisch gefärbt (Gattung Syntomium) oder über 6 mm lang (Gattung Deleaster). Unterfamilie
→ 19-Körper unter 3 mm Länge und nicht metallisch gefärbt
#19
→ 19aHalsschild flach und quer, Fühler mit 3, selten 4 größeren, als Keule abgesetzten Endgliedern, Vorderhüften quer walzenförmig. Bei einer Gattung mit einem Ocellus auf der Stirn. Unterfamilie Proteininae.
Omaliinae MacLeay, 1825-Halsschild entweder nicht flach und quer oder aber Fühler ohne oder mit mehr als 4 größeren Endgliedern, Vorderhüften konisch zapfenförmig (hierher jene Gattungen der Omaliinae, bei denen die Ocellen fehlen oder undeutlich sind). Unterfamilie
#19a
Metopsia Wollaston 1854Kopf mit einem Ocellus in der Mitte des Scheitels Unterfamilie Metopsiinae, nur Gattung
→ 19b-Kopf ohne Ocellen am Hinterrand des Scheitels.
#19b
Megarthrus Curtis, 1829Matte Arten. Halsschild mit einer rinnenförmigen Mittelfurche und mit ausgeschnitttenen Hinterwinkeln.
Proteinus Latr.-Glatte, schwach glänzende Arten. Halsschild mit einfachen Hinterwinkeln.
#20
Oxytelinae Fleming, 1821Tarsen 3-gliedrig. Unterfamilie
→ 21-Tarsen 5-gliedrig.
#21
PhloeocharisKlein, höchstens 2 mm lang [Abb. 18]. Behaart, mit kleinen, vorspringenden Augen. Unterfamilie Phloeocharinae Vorderhüften kurz, fast kugelig, etwas zapfenförmig. Abdomen zwischen den Hinterhüften gekielt. Trochanteren der Hinterbeine groß, mindestens ein Viertel der Schenkellänge erreichend. Tarsen 5-gliedrig. Habitus. Bei uns nur Gattung
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Abb. 18
→ 22-Größere, über 2,5 mm lange Arten (Formen unter 4 mm haben flache Augen)
#22
PaederinaeKörper schlank, parallel. Kopf groß, vor den Augen stark entwickelt, mit langen parallelen Wangen. Vorderschenkel und Vorderhüften stark entwickelt, meist dicker als die anderen Schenkel, Endglied der Kiefertaster sehr klein, oft nur warzenförmig und kaum sichtbar (59:8)
→ 23-Körper weniger langgestreckt, Wangen fehlend oder (selten) kurz und nach vorn konvergierend. Vorderhüften kurz, konisch zapfenförmig; letztes Glied der Kiefertaster kräftig entwickelt
#23
Oxytelinae Fleming, 1821Körper zylindrisch, entweder matt und deutlich behaart (Gattung Acrognathus) oder glänzend und oft mit Eindrücken auf der Halsschildscheibe (Gattung Coprophilus).
→ 24-Körper flach, Halsschild unbehaart und ohne dorsale Eindrücke
#24
SiagoniumFlügeldecken mit unregelmäßigen Punktstreifen, Hinterleibsfurchen auf den Tergiten an den Seiten schräg nach hinten gerichtet. Fühler unter dem aufgeworfenen Seitenrand der Stirn eingelenkt. Kopf ohne Ocellen, Vorderhüften klein, rundlich, wenig vorstehend. Trochanteren der Hinterbeine klein, kaum ein Fünftel der Hinterschenkellänge erreichend. Hinterleib an der Ventralbasis gekielt, seitlich gerandet, Tarsen 5-gliedrig. Unterfamilie Piestinae; bei uns nur Gattung [Abb. 23]
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Abb. 23
Olisthaerus Dejean, 1833-Flügeldecken mit unordentlichen, unpunktierten Streifen, Hinterleibsfurchen gerade. Unterfamilie Olisthaerinae; nur Gattung
Enthaltene TaxaAleocharinaeEuaesthetinaeHabrocerusHypocyphtiniLeptotyphlinae MegarthrusMetopsiaMicropeplinaeOlisthaerus OmaliinaeOxyporusOxytelinaePaederinaePhloeocharisProteinusPseudopsis SiagoniumStaphylininaeSteninaeTachyporinaeThoracophorus Trichophya
Erstellt am: 05.08.2009 · Letzte Aktualisierung: 11.01.2023 - 01:25:51
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