Gattung Mecinus Germar

CurculionidaeMecininae
Von Arved Lompe (n. G.A. Lohse & Th. Tischler)
Reitter, E. (1907): Bestimmungs-Tabellen der europäischen Coleopteren. LIX. Heft (59.) Curculionidae 13. Theil: Mecinini (Gymnetrini.) - Brünn >>>"F:\TAXA\coleo\Scans\Reitter-Best-Tab-Heft59 Curculionidae XIII Mecinini.pdf"
Körper gestreckt, einem Baris ähnlich, langoval oder zylindrisch. Halsschild oft so breit wie die Flügeldecken, diese mit Punktreihen oder -streifen, hinten gemeinsam verrundet. Pygidium wenigstens teilweise unbedeckt. Rüssel und Beine ziemlich kurz, Schenkel meistens, oft jedoch nur die Vorderschenkel des ♂, gezähnt. Klauen an der Wurzel verwachsen. Entwicklung an Plantago- und Linaria-Arten. In Europa 36 Arten.
#1
→ 6Kleine Arten, < 2,5 mm. (Gymnetron pars der älteren Autoren).
→ 2-Größere Arten, > 2,5 mm, andernfalls Rüssel hakenförmig gekrümmt [Abb. 1].
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Abb. 1
#2
collaris Germ., 1821Fundmeldungen🗺ColeowebDie Seiten der Vorderbrust [Abb. 2], der Halsschildhinterrand und die Umgebung der Halsschildhinterwinkel in großem Umfang anliegend weiß oder weißlichgelb beschuppt [Abb. 3]. Bis auf die Tarsen einfarbig schwarz oder, da längere Zeit hindurch unausgefärbt, auch ± hell kastanienbraun. Länglichoval, Halsschild schmäler als die Flügeldecken, dicht und fein punktiert. Flügeldecken mit nicht streifig eingedrückten Punktreihen, sehr fein und nicht deckend behaart. Aedoeagus [Abb. 4], Spermatheka [Abb. 5]. 2,8-3,7 mm. B: Im Küstenbereich monophag an ·Plantago maritima·, im Binnenland an nicht salzgebundenen Plantago-Arten. Obgleich ektoskelettale oder Genitalunterschiede nicht zu erkennen sind, sollte man diesen Formen den Status biologischer Rassen zuerkennen. Die Larve bildet längliche Stengelgallen. Der Käfer überwintert, die neue Generation schlüpft Ende VII-IX. D: Verbreitung auffallend diskontinuierlich: Einerseits auf Salzboden an den Küsten der Nord- und Ostsee und des Atlantiks, jedoch nicht im benachbarten Binnenland; andererseits von der Mongolei über Vorderasien und Osteuropa bis nach Mitteleuropa und Westeuropa verbreitet und aus der Tschechoslowakei, Thüringen, der Mark Brandenburg und Franken gemeldet, sowie über Österreich und die Schweiz bis nach Frankreich vorkommend.
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Abb. 2
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Abb. 3
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Abb. 4
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Abb. 5
→ 3-Halsschild und Vorderbrust ohne Beschuppung. Halsschild etwa so breit wie die Flügeldecken, Körper daher ± zylindrisch. Flügeldecken mit eingedrückten Punktstreifen.
#3
→ 4Oberseite ohne Metallschimmer.
→ 5-Wenigstens die Flügeldecken mit (meistens blauem) Metallschimmer.
#4
circulatus (Marsh., 1802)Fundmeldungen🗺ColeowebFühler und Beine rot, Fühlerkeule und Schenkel angedunkelt. Schwarz oder dunkelbraun, Rüsselspitze rötlich, Flügeldecken an den Seiten sowie manchmal auf der Hinterhälfte der Naht rostrot [Abb. 6]; selten, und dann meist unausgefärbt, umfangreicher rötlich. Behaarung der Oberseite dunkel, doch hat der Halsschild 3 helle Längsbinden und die Seiten der Flügeldecken ein Längsband verdichteter heller Behaarung. Schildchen hell behaart. 3-3,5 mm. B: Larvenentwicklung im Wurzelhals von ·Plantago lanceolata·; wird auch von weiteren Plantago-Arten angegeben. Der überwinternde Käfer findet sich vom Frühjahr bis in den Sommer an seiner Entwicklungspflanze. D: Mediterrangebiet, Großbritannien, Belgien; in Mitteleuropa diskontinuierlich: Elsaß, Rheinland sowie Slowakei, Mähren, ? Steiermark.
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Abb. 6
pyraster (Hbst., 1795)Fundmeldungen🗺Coleoweb-Schwarz, Flügeldeckenspitze oft düster rötlich aufgehellt, Tarsen heller rötlich. Oberseite grau, fast anliegend, den Untergrund nicht deckend behaart. Der Nahtzwischenraum zur Spitze stärker erhaben und meistens etwas dichter bräunlich behaart. Habitus ♂ [Abb. 7] und ♀ [Abb. 8]. Aedoeagus [Abb. 9]. 2,8-4 mm. B: Entwicklung im Wurzelhals verschiedener Plantago-Arten, besonders ·Plantago lanceolata·. Käfer von VIII-V an den Pflanzen. D: Von Turkestan westlich über fast ganz Europa, den höheren Norden ausgenommen, verbreitet; in Mitteleuropa überall und nicht selten.
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Abb. 7
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Abb. 8
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Abb. 9
barbarus Gyllenhal, 1838🗺Coleoweb-Ähnlich, aber mit dichter, die Oberseite fast deckender heller Behaarung. Tarsen lang und schlank, Körper sehr gestreckt. D: Mittelmeergebiet, nördlich bis Mittelfrankreich. (=longiusculus Boh., 1845)
#5
janthinus (Germ., 1817)Fundmeldungen🗺ColeowebRüssel gleichmäßig sanft gebogen [Abb. 10]. Augen flach. Kopf grob punktiert. Halsschild grob und sehr dicht punktiert, matt. Flügeldeckenstreifen kräftig, fast so breit wie die Flügeldeckenzwischenräume, diese deutlich und sehr dicht punktiert, schwach querverrunzeÌt. Schwarz oder blauschwarz, Flügeldecken dunkelblau [Abb. 11]. ♂: Vorderschenkel stark gezähnt.Aedoeagus [Abb. 12]. 3-4,2 mm. B: Käfer von IV-IX, besonders im VI. Larvenentwicklung in den Stengeln von ·Linaria·-Arten. D: Süd- und Mitteleuropa; im allgemeinen verbreitet und nicht häufig, im Norden selten und gebietsweise fehlend. Nordgrenze in Holstein.
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Abb. 10
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Abb. 11
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Abb. 12
heydeni Wenck., 1866🗺Coleoweb-Rüssel hakenförmig gekrümmt [Abb. 13]. Augen-Hinterrand auffällig kantenförmig aus dem Niveau der Kopfoberseite vorspringend. Kopf sehr fein und verstreut punktiert und mit einem Punktgrübchen auf der Stirn. Halsschild grob und dicht punktiert, schwach glänzend. Flügeldeckenstreifen sehr kräftig, etwas breiter als die Zwischenräume. Schwarz oder bläulichschwarz, Flügeldecken dunkelblau. ♂: Vorderschenkel ungezähnt. 1,9-2,7 mm. B: Die Larve bildet Stengelgallen in ·Linaria vulgaris·. Gewöhnlich werden nur Tiere der neuen Generation im IX-X gefunden. D: Mitteleuropa und angrenzende Gebiete wie Belgien, Frankreich, Dänemark. In Mitteleuropa nur verstreut und aus wenigen Gebieten gemeldet, aber wegen der späten Erscheinungszeit wohl oft übersehen.
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Abb. 13
laeviceps Tourn.🗺Coleoweb-Dieser Art ähnlich, aber etwas größer, 2,8-3 mm, und die Stirn ohne Grübchen, Halsschild meistens, Flügeldecken oft bronzefarben, seltener blau. D: Aus Südrußland und Polen bekannt und durch Verschleppung auch in Südfrankreich heimisch geworden. Für die Angabe ,,Deutschland" bei Hoffmann fanden Lohse und Tischler keine Bestätigung.
#6
pirazzolii (Stierl., 1867)Fundmeldungen🗺ColeowebRüssel kurz und dick, wenig länger als der Kopf [Abb. 14], Rüsselbasis etwas breiter als die Stirn zwischen den Augen. Rüssel von oben und von der Seite gesehen zur Spitze stark konisch verengt, an der Basis doppelt so breit wie an der Spitze. Stirn und Oberseite des Rüssels bilden eine gerade oder fast gerade Linie (im Profil sichtbar). Halsschild gegenüber dem Schildchen mit kleinem, hellem Haarfleck. Die abstehende Behaarung auf den Zwischenräumen der Flügeldecken ist einreihig, mäßig lang, borstenförmig, weißlich. Körper schwarz; Fühler, Beine und Flügeldecken rotbraun, die Schenkel teilweise dunkelbraun. Die Basis der Flügeldecken, die Naht bis etwa zur Mitte oder etwas darüber hinaus und ein schräger Fleck vor der Spitze sind schwarz. 2-2,1 mm. B: Vermutlich auf ·Plantago indica·. VII . D: Östliches Mittel- und Südeuropa, Dalmatien, Rumänien, Albanien, Griechenland, Anatolien, Südrußland.
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Abb. 14
→ 7-Rüssel mindestens 1,5 x so lang wie der sichtbare Teil des Kopfes, oft mehr als doppelt so lang, gebogen. Stirn und Rüsseloberseite (von der Basis bis zur Fühlereinlenkung) bilden keine gerade Linie (Profilansicht!).
#7
plantaginis Epplh., 1875🗺ColeowebHalsschild an den Seiten mit rundlichen Schuppen besetzt [Abb. 15], manchmal nur an den Hinterwinkeln, oder fast der gesamte Halsschild dicht und gleichmäßig beschuppt. Vorderschenkel mit äußerst kleinem, kaum erkennbarem Zähnchen. Basis des Halsschilds fast genau so breit wie die Basis der Flügeldecken. Seitenlappen des 3. Tarsengliedes ragen nur etwas über das 4. Tarsenglied hinaus. Zwischenräume der Flügeldecken mit einer Reihe anliegender weißer Härchen, Punktstreifen mit noch feineren, anliegenden Härchen einreihig besetzt. Kleinere Art: 1,3-1,8 mm. B: Auf ·Plantago media· und ·Plantago recurvata· Larvalentwicklung in den Früchten. VI-X. D: Westliches und östliches Mitteleuropa, Südosteuropa, westliches Mittelmeergebiet, Rußland.
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Abb. 15
→ 8-Halsschild auch an den Seiten nicht beschuppt, nur behaart oder mit Schuppenhaaren. Die Behaarung gleicht etwa derjenigen der Flügeldecken. Vorderschenkel mit oder ohne Zähnchen.
#8
labilis (Hbst., 1795)Fundmeldungen🗺ColeowebFlügeldecken rotbraun mit 2 ± unterbrochenen, quergestellten, dunkelbraunen bis schwarzbraunen Schrägbinden [Abb. 16]; Flügeldeckenbasis, Naht (außer der Spitze) und die Seiten unterhalb der Schulter schwarz, schwarzbraun oder dunkelbraun. Körper schwarz, Schienen, Tarsen, Fühler und Rüsselspitze rotbraun. Fühlerschaft sehr kurz, nicht doppelt so lang wie das 1. Geißelglied. Schildchen dicht weiß behaart. Börstchenreihen auf den Flügeldecken ± deutlich einreihig, oft zusätzlich mit einigen eingestreuten Börstchen, daneben feine und anliegende Grundbehaarung, diese ± deutlich gereiht. Die Haarfarbe auf den Flügeldecken ist in den rotbraunen Bereichen weißlich, in den dunkelbraunen bis schwarzbraunen Bereichen pechbraun. 1,7-2,2 mm. B: Auf ·Plantago lanceolata· und (?) ·Plantago sempervirens·. V-IX. D: Süd- und Mitteleuropa, südliches Nordeuropa.
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Abb. 16
→ 9-Flügeldecken anders gezeichnet oder gefärbt. Fühlerschaft länger, mindestens doppelt so lang wie das 1. Geißelglied.
#9
ictericus Gyll., 1838Fundmeldungen🗺ColeowebFlügeldecken auch an der Basis vollständig gelbrot [Abb. 17]. Halsschild und Kopf rotbraun bis dunkelbraun. Flügeldecken und Halsschild mit doppelter, dicht anliegender und fast senkrecht abstehender, goldgelber Behaarung. Beine und Fühler gelb, Klauen und Fühlerkeule angedunkelt. 1,6-2,2 mm. B: Auf ·Plantago indica· und (?) ·Plantago sempervirens·. V-VIII. D: Mittel- und Südeuropa, Kaukasus, Kleinasien.
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Abb. 17
→ 10-Flügeldecken zumindest an der Basis dunkelbraun oder schwarz.
#10
alboscutellatus (Hustache)🗺ColeowebFlügeldecken schwarz, nur mit anliegender, sehr feiner, weißer Behaarung, im letzten Drittel zur Spitze ist die Behaarung bräunlich. Schildchen dicht weiß behaart, ebenso die Halsschildbasis direkt gegenüber dem Schildchen. Körper schwarz, Tarsen und Schienenbasis dunkelbraun. Fühlerschaft und die ersten beiden Glieder dunkelbraun, die folgenden Fühlerglieder schwarzbraun. Halsschild weiß behaart, mit eingestreuten bronzefarbigen Haaren. 1,5-2,2 mm. B: Sehr wahrscheinlich auf ·Plantago atrata·, andere Wirtspflanzenangaben sind sehr zweifelhaft. VII-X. D: Montan bis subalpin, West- bis Mittelalpen, Tirol.
→ 11-Flügeldecken mit doppelter, anliegender und abstehender Behaarung.
#11
pascuorum (Gyll., 1813)Fundmeldungen🗺ColeowebBeine zweifarbig: Schenkel schwarzbraun oder schwarz, Schienen und Tarsen gelbbraun; die Spitze des Klauengliedes und die Klauen angedunkelt. Fühler gelbbraun, die Keule angedunkelt; oder Beine und Fühler ganz schwarzbraun bis schwarz. Flügeldecken zwischen dem 3. und 8. Punktstreifen in der hinteren Hälfte mit rot- bis dunkelbraunem Schrägfleck [Abb. 18]; seltener Flügeldecken einheitlich schwarzbraun bis schwarz [Abb. 19]; nur in der hinteren Hälfte mit deutlich abstehenden Haaren. Körper schwarz. Etwas kleinere und breitere Art: 1,5-2,1 mm, rundlich-oval, Flügeldeckenseiten von der Basis bis zur Spitze gleichmäßig gebogen. Aedoeagus [Abb. 20] [Abb. 21]. Spermatheka [Abb. 22]. B: Auf ·Plantago lanceolata·. III-VIII, die häufigste Art der Gattung. D: Süd- und Mitteleuropa, südliches Nordeuropa; Mittelmeergebiet, Kaukasus.
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Abb. 18
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Abb. 19
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Abb. 20
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Abb. 21
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Abb. 22
ludyi Reitter🗺Coleoweb-Beine einheitlich hell- bis mittelbraun, Klauen dunkler. Fühler braun, die Keule angedunkelt. Körper schwarz. Flügeldecken hellbraun, die Basis ± breit schwarzbraun; die Naht und die Seiten bis etwa zur Mitte schwarzbraun; die dunkle Färbung der Flügeldecken zuweilen stärker ausgedehnt. Auf den Zwischenräumen von der Basis an einreihige, im letzten Drittel fast senkrecht abstehende Haare. Anliegende und abstehende Behaarung weißlich. Etwas größere und schlankere Art: 2-2,5 mm, länglich, Flügeldeckenseiten von der Basis bis zur Mitte parallel, von dort bis zur Spitze gebogen. B: Entwicklungspflanze unbekannt. D: Südostalpen, Südkärnten, Krain, Görz; sehr selten.
Enthaltene Taxaalboscutellatus barbarus circulatus collaris heydeni ictericus janthinus labilis laeviceps ludyi pascuorum pirazzolii plantaginis pyraster
Erstellt am: 18.06.2012 · Letzte Aktualisierung: 12.03.2025 - 01:33:37
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