Gattung Bisnius Stephens, 1829

ColeopteraStaphylinidaeStaphylininaePhilonthina
Von Arved Lompe (n. G.A. Lohse)
Die Gattung wurde auf Grund der einfachen Vordertarsen aus der Gattung Philonthus ausgegliedert.
#1
→ 1aHalsschild mit dorsalen Punktreihen aus je 4 Punkten.
puella (Nordmann, 1837)Fundmeldungen🗺Coleoweb-Halsschild mit dorsalen Punktreihen aus 7-12 Punkten, im basalen Drittel meist sehr unregelmäßig, zwischen dorsaler Punktreihe und Seitenrand jederseits mit etwa 10 Punkten. Kopf beim ♂ deutlich quer. Augen deutlich kürzer als die Schläfen. Fühler kurz, Glieder 4-5 etwa so lang wie breit, Glieder 8-10 quer. Schwarz, Schienen außen oft schmal gelblich. 7,5- 9 mm (Vorderkörper 3,8-4,3mm). ♂:Aedoeagus [Abb. 1]. Von Großbritannien über den nördlicheren Teil der Westpaläarktis zumindest bis nach Westsibirien verbreitet, nicht im eigentlichen Mediterrangebiet. In Mitteleuropa nicht häufig. Vom Tiefland bis in die montane Stufe, vorzugsweise in Kuhdung.
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Abb. 1
#1a
→ 2Von den 4 zwischen den Augen in einer Querlinie stehenden Punkten sind die inneren Punkte voneinander etwa doppelt so weit entfernt wie von den äußeren Punkten [Abb. 2].
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Abb. 2
→ 3-Die 4 Stirnpunkte haben voneinander etwa den gleichen Abstand.
#2
fimetarius (Grav., 1802)Fundmeldungen🗺ColeowebFühler schlank, die Glieder nicht quer, Kopf und Halsschild glänzend, sehr schwach chagriniert. Kopf rundlich viereckig. Schwarz, Flügeldecken grünlich bronzeschimmernd, kräftig und wenig dicht punktiert [Abb. 3]. Beine gelblichbraun, zum Teil angedunkelt. ♂: Aedoeagus [Abb. 4] [Abb. 5]. 5,5-7 mm [Abb. 6]. In Kompost, überall sehr häufig. (=rigidicornis (Grav.))
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Abb. 3
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Abb. 4
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Abb. 5
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Abb. 6
intrudens Totth.🗺Coleoweb-Fühler kurz, die vorletzten Glieder quer. Kopf schwarz, der übrige Körper mit braunrotem Anflug. ♂: Aedoeagus [Abb. 7]. 5,5-6,5 mm. Die Typen stammen angeblich aus den Beskiden, doch wurde die Art dort nicht wiedergefunden. Ostpaläarktis.
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Abb. 7
#3
nitidulus (Grav., 1802)🗺ColeowebSehr klein: 3,4-4,5 mm. Kopf lang oval, Halsschild gestreckt, ± parallelseitig. Flügeldecken viel gröber als der Hinterleib punktiert. Aedoeagus [Abb. 8]. Ganz schwarz. Auf Sandboden weit verbreitet, aber nur im Osten häufiger, sonst selten.
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Abb. 8
→ 4-Kopf rundlich viereckig. Arten von 5-8,5 mm.
#4
scribae Fauv., 1867🗺ColeowebAugen deutlich aus dem Kopfumriss hervortretend.Beine auffällig lang und schlank. Das 4. Glied der Hintertarsen mehr als doppelt so lang wie breit. Punkte der Halsschildreihen fein. Schwarz oder braunschwarz, Flügeldecken ganz rot (a. heidenreichi Hubthl.) oder rot, die Innenhälfte bis kurz vor dem Hinterrand breit geschwärzt (Stammform). Beine hell braunrot. Aedoeagus [Abb. 9]. 6-8,5 mm. Im mittleren und südlichen Mitteleuropa in unterirdischen Säugetierbauten, vorzugsweise beim Hamster, selten.
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Abb. 9
→ 5-Augen nicht aus dem Kopfumriss hervortretend. Beine von normaler Länge, 4. Glied der Hintertarsen höchstens knapp doppelt so lang wie an der Spitze breit. Punkte der Halsschildreihen kräftiger.
#5
→ 6Der ganze Halsschild querwellig chagriniert. Flügeldecken nicht auffällig grob oder besonders weitläufig punktiert.
→ 8-Der Halsschild manchmal mit Ausnahme der Randpartien spiegelblank und glänzend, Flügeldecken weitläufig punktiert.
#6
subuliformis (Grav., 1802)Fundmeldungen🗺ColeowebKopf schwarz, Halsschild rot mit dunkler Vorderhälfte, Flügeldecken gelblich bis rot, Abdominalsegmente dunkelbraun mit rötlichen Hinterrändern, selten der ganze Körper schwarz bis schwarzbraun(a. syrovatkai Roub.), aber Hinterhälfte des Halsschilds fast immer dunkel rötlich durchscheinend sowie Hinterränder der Tergite deutlich und breit rötlich gerandet. Flügeldecken fein und ziemlich dicht punktiert. Beine hell braunrot. Aedoeagus [Abb. 10]. 5,5-6,5 mm. Vorzugsweise in Nisthöhlen in hohlen Bäumen; nicht häufig, aber oft gesellig. (=fuscus (Grav.))
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Abb. 10
→ 6a-Körper ganz schwarz. Hinterhälfte des Pronotums nie rötlich durchscheinend sowie Hinterränder der Tergite bei ausgefärbten Exemplaren nicht rötlich. Flügeldecken kräftig punktiert.
#6a
palmi (Smetana, 1955)🗺ColeowebFlügeldecken schwarz, ohne Metallschimmer. Fühler sehr kurz, Glied 4 etwa so lang wie breit, Glieder 6-10 deutlich quer, Glieder 8-10 etwa doppelt so breit wie lang. Seitenrand des Pronotums vor der Basis tief und scharf konkav geschwungen. Mikroskulptur auf Kopf und Halsschild deutlich und dicht. Kopf breiter als lang, besonders beim ♂. Schläfen 1,25-1,60-mal so lang wie die Augen. 7,5-9,5 mm (Vorderkörper 3,5-4,5 mm). ♂: Aedoeagus [Abb. 11] dem des subuliformis recht ähnlich. Adventivart aus Nordarnerika, bis jetzt nur wenige Nachweise (Sizilien, Tschechien, Türkei). In Baumhöhlen und Nestern (Vögel, Eichhörnchen usw.). Bei gezielter Suche in entsprechenden Habitaten höchstwahrscheinlich an vielen Orten in der südlichen Hälfte Mitteleuropas nachzuweisen.
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Abb. 11
→ 7-Flügeldecken mit deutlichem, meist grünlichem Metallschimmer. Fühler länger, Glied 6 nicht oder undeutlich quer, Glieder 8-10 höchstens 1,5 x so breit wie lang.
#7
nigriventris Thoms., 1867Fundmeldungen🗺ColeowebKleiner, 5,5-7,5 mm. Schwarz, Flügeldecken dunkel erzschimmernd, Halsschild schwach nach vorn verengt. Aedoeagus [Abb. 12]. Noch wenig erkannt, aber wohl weit verbreitet, besonders in Sandgegenden unter faulenden Pflanzenstoffen.
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Abb. 12
cephalotes (Grav., 1802)Fundmeldungen🗺Coleoweb-Größer, 7-8 mm. Schwarz mit Erzschimmer, die Flügeldecken kräftig bronzeschimmernd, selten gelbbraun (a. synonymicus Roub.). Halsschild parallelseitig, Kopf des ♂ oft stark entwickelt und breiter als der Halsschild. Aedoeagus [Abb. 13]. Weit verbreitet, aber ziemlich selten
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Abb. 13
#8
spermophili Ganglb., 1897🗺ColeowebFlügeldecken ohne Metallglanz, feiner punktiert. Fühlerglieder bereits vom 6. Glied an deutlich quer (6. Fühlerglied 1,25 x so breit wie lang oder breiter). ♂: Aedoeagus und Parameren [Abb. 14] [Abb. 15]. 5-7 mm. Von Rußland über Mitteleuropa bis Frankreich verbreitet; vorzugsweise in unterirdischen Säugernestern: Hamster, Ziesel, Maulwurf, verbreitet aber selten
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Abb. 14
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Abb. 15
→ 9-Flügeldecken mit Metallglanz, gröber punktiert. Fühlerglieder erst vom 7. Glied an deutlich quer, (6. Fühlerglied höchstens 1,2 x so breit wie lang)
#9
sparsus Luc., 1846Fundmeldungen🗺ColeowebHalsschild glatt, ohne Reste einer Chagrinierung. Flügeldeckenpunktur weitläufiger, die Punktzwischenräume flacher. Flügeldecken oft rotbraun. 10. Fühlerglied stärker quer, 1,4x so breit wie lang. ♂: Aedoeagus und Parameren [Abb. 16] [Abb. 17]. 5-7 mm. Von Nordafrika über Westeuropa nach Mitteleuropa einstrahlend und von den Niederlanden bis Holstein und Thüringen nachgewiesen. An Faulstoffen, vorzugsweise in Hühnerställen und im Freien an Hühnermist.
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Abb. 16
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Abb. 17
→ 10-Halsschild wenigstens an den Seitenrändern mit Resten einer Chagrinierung. 10. Fühlerglied weniger quer, höchstens 1,35 x so breit wie lang. Sensorenpunkte der Parameren an deren Rand und nicht wie bei sparsus in einer Querlinie angeordnet. .
#10
parcus Shp., 1874Fundmeldungen🗺ColeowebFlügeldeckenpunktur dichter und weniger grob. 10. Fühlerglied stärker quer, mehr als 1,3 mal so breit wie lang. ♂: Große Exemplare oft mit stark verbreitertem Kopf. Aedoeagus und Parameren [Abb. 18] [Abb. 19], Außenseite der Parameren in der Mittellinie stark gekielt, Penisspitze innen nicht gekielt. Größte Art der Gruppe, sehr größenvariabel: 5,5-8,5 mm. Aus Ostasien eingewandert, heute in Europa weit verbreitet, seit 1974 in Mitteleuropa festgestellt. Lebt wie sparsus und wurde mit dieser Art zusammen gefunden.
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Abb. 18
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Abb. 19
→ 11-Flügeldeckenpunktur weitläufiger und gröber. 10. Fühlerglied weniger quer, unter 1,3x so breit wie lang. Penisspitze innen gekielt.
#11
pseudoparcus Brunne, 1976Fundmeldungen🗺ColeowebDunkler, Flügeldecken pechschwarz, Fühler und Beine bis auf die Tarsen schwarz. 10. Fühlerglied kaum quer, 1,1x so breit wie lang. ♂: Aedoeagus und Parameren [Abb. 20] [Abb. 21]. Apikalteil der Parameren löffelartig erweitert und ausgehöhlt, die Aushöhlung durch einen Querwulst begrenzt, Außenseite ohne Längskiel. 5,5-8,5 mm. Oldenburg, Umgebung Hamburg, Hunsrück, Mark Brandenburg, Thüringen, Österreich (Kärnten) und vermutlich weiter verbreitet. Auch in Norwegen (Umgebung Oslo).
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Abb. 20
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Abb. 21
sordidus (Grav., 1802)Fundmeldungen🗺Coleoweb-Färbung meistens heller, Beine oder Flügeldecken teilweise bräunlich. 10. Fühlerglied breiter, 1,25 x so breit wie lang. ♂: Aedoeagus und Parameren [Abb. 22] [Abb. 23], Parameren außen in der Mittellinie meist gekielt. Durchschnittlich kleiner als pseudoparcus: 5,5 - 7,5 mm. Häufigste Art der Gruppe; holarktisch verbreitet und in Mitteleuropa überall häufig. (=pachycephalus Nordm.)
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Abb. 22
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Abb. 23
Enthaltene Taxacephalotes fimetarius intrudens nigriventris nitidulus palmi parcus pseudoparcus puella scribae sordidus sparsus spermophili subuliformis
Erstellt am: 26.01.2021 · Letzte Aktualisierung: 26.01.2021 - 15:55:39
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