Gattung Scymnus - Untergattung Pullus Mulsant

ColeopteraCoccinellidaeScymninaeScymnus
Von Arved Lompe (n. H. Fürsch)
Vorderbrust mit Kiellinien, Schenkellinie vollständig. Die Variabilität in der Färbung ist bei den Arten dieser Untergattung besonders groß, hält sich jedoch in dem hier behandelten Gebiet in Grenzen.
Die Arten der Untergattungen Neopullus und Mimopullus sind hier mit aufgeführt. Gegebenfalls ist anhand der Untergattungstabelle >>>Scymnus die Untergattungszugehörigkeit zu überprüfen.
Hier nicht aufgeschlüsselte Arten Europas. ...99
#1
impexus Mulsant, 1850Fundmeldungen🗺ColeowebBehaarung stark wirbelig. Einfarbig gelbbraun. Durch die auffällige Behaarung und die doppelte Punktierung von dem ähnlichen abietis leicht zu unterscheiden. Stark gewölbt. Aedoeagus [Abb. 1]; Spermatheka [Abb. 2]. 2-2,5 mm. B: Vertilger der Laus Adelges piceae. Besonders in alpinen und montanen Lagen von Fichten und Tannen zu klopfen. D: Vom Mittelmeergebiet bis Schweden verbreitet; bei uns im Norden fehlend. (=testaceus auct. nec Motsch.)
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Abb. 1
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Abb. 2
→ 2-Behaarung nicht wirbelig.
#2
→ 3Flügeldecken zum größten Teil schwarz, an ihrem Hinterende ± rötlich oder ganz schwarz.
→ 8-Flügeldecken braun, mit oder ohne Zeichnung.
#3
→ 4Flügeldecken ganz schwarz, ohne hellen Spitzensaum.
→ 5-Flügeldecken schwarz mit hellem Spitzensaum, oder Hinterende der Flügeldecken in größerer Ausdehnung hell.
#4
ater Kugelann, 1794Fundmeldungen🗺ColeowebHalsschild schwarz, nur 1-1,5 mm lang. Länglich oval, gewölbt, Behaarung wenig dicht, im letzten Drittel der Flügeldecken an der Naht nach außen gekämmt. Dieses Merkmal unterscheidet diese Art gut von dem ähnlichen >>>Stethorus punctillum. Ganz schwarz, nur Fühler, Taster, Tarsen und manchmal die Schienen braun. Kopf und Halsschild fein und spärlich punktiert. Flügeldecken mit ziemlich grob eingestochenen Grübchen. Die Schenkellinie reicht nur wenig über die Mitte des Segments. Aedoeagus [Abb. 3], Spermatheka [Abb. 4]. B: Die sehr seltene Art kann von Laubbäumen geklopft werden, besonders von Eichen, Linden, Weiden und Haselnuß. Verfolger der Schildlaus Chionaspis salicis. D: Deutschland und Südosteuropa. (Neopullus) Die Art kann 10 oder 11-gliedrige Fühler haben.
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Abb. 3
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Abb. 4
fennicus J. R. Sahlberg, 1886🗺Coleoweb fulvicollis Mulsant, 1846🗺Coleoweb-Halsschild rot, nur 0,9-1,1 mm lang, wenig gewölbt, noch länger oval als ater, wenig glänzend, dicht und tief punktiert, schwarz, Halsschild, Fühler und Beine rot [Abb. 5]. Halsschild nach vorne verengt, Schulterbeule undeutlich. Vorderbrust mit 2 Kiellinien, die etwas vor dem Vorderende zusammenlaufen. Schenkellinie halbkreisförmig, 3/4 des Segments nach hinten reichend. D: Eine skandinavische Art, sehr selten, womöglich im Norden des Gebietes aufzufinden. (Mimopullus) In der Färbung sehr ähnlich ist eine westmediterrane Art, die jedoch etwas breiter ist und bei der sich die Kiellinien der Vorderbrust vorne nicht vereinigen. D: Westliches Mittelmeergebiet. (Mimopullus)
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Abb. 5
#5
→ 6Die schwarzen Flügeldecken haben einen roten Spitzensaum.
→ 7-Die schwarzen Flügeldecken sind in ihrem hinteren Teil in größerer Ausdehnung hell [Abb. 6].
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Abb. 6
#6
auritus Thunb., 1795Fundmeldungen2-2,5 mm, kurz und breit oval, schwarz, Spitze des Hinterleibs und der Flügeldecken rötlich. Kopf in beiden Geschlechtern rötlich (beim ♀ kann er manchmal auch schwarz sein). Halsschild beim ♂ rot, mit dunkler Schildchenmakel, die selten fehlt; beim ♀ schwarz. Fühler, Taster, Beine gelbbraun, höchstens die Schenkel an der Basis geschwärzt. Die Schenkellinie reicht bis nahe an den Hinterrand des 1. Segments. (Aedoeagus [Abb. 7], Spermatheka [Abb. 8]. B: Besonders auf Laubholz (Eichen). Verfolgt besonders Phylloxera, die auf der Unterseite von Eichenblättern schmarotzt. D: Eine in Süd- und Mitteleuropa häufige Art.
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Abb. 7
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Abb. 8
wichmanni Fürsch-Kleiner als 2 mm, Färbung wie auritus (vielfach auch verwaschen oder pechbraun), aber nicht so deutlich gerundet. Nicht so dicht punktiert wie auritus, dafür aber auffallend kräftig. Die Schenkellinie reicht nicht so weit nach hinten wie bei auritus. Aedoeagus [Abb. 9]. B: Auf Laubbäumen, besonders auf Eichen nicht selten, im Mittelmeergebiet auch auf Ölbäumen als Vertilger der sehr gefährlichen Õlbaumschildlaus Coccus oleae. D: Dalmatien, Croatien, Ungarn (besonders in der Nähe des Neusiedler Sees), sehr selten, häufig in Süd-Italien und Süd-Frankreich. Das eigentliche Verbreitungsgebiet der schwarz gezeichneten wichmanni ist der westliche Mittelmeerraum. fraxini Die Stammform kommt in Kleinasien und Griechenland vor. In Albanien findet man Übergangspopulationen. Die dalmatinischen und ungarischen (also die, die im südöstlichen Raum unseres Gebietes zu erwarten sind), zeigen schon die deutliche Zeichnung der ssp. wichmanni. ssp.
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Abb. 9
#7
haemorrhoidalis Herbst, 1797Fundmeldungen🗺Coleoweb1,5-2,3 mm. Die ersten 3 Segmente des Hinterleibs schwarz, der übrige Teil rot, die gelbrote Färbung des hinteren Flügeldeckenteils ist nicht scharf gegen das Schwarz abgesetzt. Flügeldecken ungleich punktiert. Halsschild schwarz, mit ± ausgedehnter roter Vorder und Seitenrandfärbung. Behaarung manchmal wirbelig. (Aedoeagus [Abb. 10], Spermatheka [Abb. 11]. B: Ziemlich selten im Frühjahr von Sträuchern zu klopfen, im Sommer besonders auf feuchten Wiesen, gerne an Flußufern. Im Winter aus Erlen- und Weidenlaub zu sieben. D: Europa. (Neopullus)
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Abb. 10
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Abb. 11
ferrugatus Moll, 1785🗺Coleoweb-2,5-3 mm, meist der ganze Bauch rotgelb, die rötliche Färbung im hinteren Teil der Flügeldecken scharf begrenzt [Abb. 6], Flügeldecken gleichmäßig punktiert. Halsschild wie bei haemorrhoidalis schwarz, mit ± ausgedehnter roter Vorder und Seitenrandfärbung. Aedoeagus [Abb. 12], Spermatheka [Abb. 13]. B: Etwas seltener als haemorrhoidalis, vielfach in den gleichen Biotopen. Im Frühjahr von blühenden Sträuchern zu klopfen, im Sommer auf Wiesen zu kätschern, im Winter aus Graswurzeln oder Moos, besonders an Waldrändern zu sieben. D: Europa.
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Abb. 6
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Abb. 12
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Abb. 13
#8
→ 9Flügeldecken einfarbig hell oder wie bei Habitus [Abb. 14].
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Abb. 14
→ 11-Flügeldecken dunkelbraun mit je 2 hellen Makeln hintereinander, oder wie bei Habitus [Abb. 15].
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Abb. 15
#9
→ 10Flügeldecken nicht zottig behaart, Schulterbeule nicht deutlich, in unserem Gebiet kaum zu erwarten.
→ 11-Flügeldecken zottig behaart, Schulterbeule recht deutlich. Habitus [Abb. 15].
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Abb. 15
#10
sacium Roubal, 1927🗺ColeowebKörperwölbung flach [Abb. 16], Vorderbrust [Abb. 17], Schenkellinien [Abb. 18], Aedoeagus [Abb. 19], Spermatheka [Abb. 20], Fühlerkeule [Abb. 21]. Kopf und Halsschild dunkelbraun, Flügeldecken braunschwarz und schwarz mit großem, in der Länge variablem, gelbem Fleck in der Mitte und hellem Flügeldeckenhinterrand; Beine gelbbraun. ♀ hat dunklen Kopf 1,5 mm. D: Diese pontische Art wurde von Bielawski in der ungarischen Tiefebene entdeckt und ist vielleicht am Neusiedler See zu erwarten. (Mimopullus)
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Abb. 16
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Abb. 17
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Abb. 18
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Abb. 19
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Abb. 20
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Abb. 21
mediterraneus KhnzorianFundmeldungen-Körperwölbung größer [Abb. 22]. Aedoeagus [Abb. 23]; Spermatheka [Abb. 24]; Fühlerkeule [Abb. 25]. 1-1,8 mm. D: Eine Art des Mittelmeergebietes, die in unserem Gebiet kaum zu erwarten ist, der Art sacium aber so ähnlich, daß sie leicht mit ihr verwechselt werden kann. Häufig einfarbig hell. (Mimopullus)
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Abb. 22
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Abb. 23
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Abb. 24
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Abb. 25
#11
suturalis Thunb., 1795Fundmeldungen🗺ColeowebFlügeldecken hell mit ± deutlichem Basalfleck, der am Schildchen neben der Naht nach hinten zieht [Abb. 15] [Abb. 26]. Die Flügeldecken können auch ganz hell sein, dann ist die Art an der zottigen, nicht gewirbelten Behaarung, der starken Wölbung und der gut sichtbaren Schulterbeule eindeutig von allen einfarbig hellen Arten der Untergattung Pullus zu unterscheiden; in Mitteleuropa sind aber solche hellen Stücke kaum zu erwarten. Aedoeagus [Abb. 27] [Abb. 28] [Abb. 29]; Spermatheka [Abb. 30] [Abb. 31]. B: Eine der häufigen Arten, von Nadelhölzern, besonders Kiefern und Moorlatschen zu klopfen, im Winter aus Moos oder Rindenschuppen zu sieben. Verfolger der Schildlaus Chionaspis salicis. D: Europa.
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Abb. 15
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Abb. 26
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Abb. 27
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Abb. 28
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Abb. 29
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Abb. 30
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Abb. 31
subvillosus (Goeze, 1777)🗺Coleoweb-Die schwarzen Flügeldecken zeigen je 2 helle Quermakeln hintereinander. Kopf und Seiten des Halsschilds hell, Fühler, Taster, Beine rot, der übrige Körper schwarz, Schenkel ± angedunkelt. Kurz und sehr breit oval, 1,9-2,5 mm. Diese Art kann sehr stark abändern, selbt einfarbig helle Stücke kommen vor. Dadurch wird die Unterscheidung von anderen Arten nach Merkmalen der Oberseite sehr erschwert. Mit dem Auftreten solch abändernder Stücke ist aber in unserem Gebiet kaum zu rechnen. Aedoeagus [Abb. 32]; Spermatheka [Abb. 33]. B: Von Eichen und anderen Bäumen zu klopfen, besonders als Vertilger von Hyalopterus pruni festgestellt. D: Diese südeuropäische Art ist in Mitteleuropa sehr selten und nur in Wärmegebieten zu finden (Kaiserstuhl, Pfalz, Umgebung Wien, Niederösterreich, Böhmisches Becken).
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Abb. 32
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Abb. 33
#99
argutusUntergattung Pullus D: Kaukasus.
fraxini Muls., 1850🗺Coleoweb-D: Südeuropa.
oertzeni-D: Kroatien, Griechenland, Frankreich.
silesiacus Weise, 1902🗺Coleoweb-D: Südosteuropa.
flagellisiphonatus Fürsch🗺Coleoweb-Untergattung Mimopullus D: Südosteuropa.
marinus-D: Italien, Frankreich, Spanien. Portugal.
pharaonis-D: Armenien, Griechenland, Frankreich, Naher Osten.
sacium Roubal, 1927🗺Coleoweb-D: Südosteuropa.
Enthaltene Taxaargutus ater auritus fennicus ferrugatus flagellisiphonatus fraxini fulvicollis haemorrhoidalis impexus marinus mediterraneus oertzeni pharaonis sacium silesiacus subvillosus suturalis wichmanni
Erstellt am: 05.08.2009 · Letzte Aktualisierung: 20.12.2025 - 01:45:49
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