Gattung Nebria - Untergattung Nebriola K. Daniel, 1903

CarabidaeNebriinaeNebriiniNebria
Von Arved Lompe (n. G. Ledoux & P. Roux, Ch. Huber)Literaturverzeichnis ⇒
Die Arten leben in den Alpen und Pyrenäen kaltstenotherm in größeren Höhen in feuchten bis nassen Bereichen, oft an Schneerändern. Die Tabelle kann nur eine Übersicht bieten. Es kommen immer wieder Exemplare vor, die dem angegebenen Borstenschema nicht entprechen; sie sind dann nur durch den Fundort oder im Vergleich zu erkennen. Für spezifische Details siehe Ledoux & Roux (l.c.).
#1
→ 2Tabelle der Mitteleuropäischen Arten nach Huber (l.c.).
→ 6-Tabelle aller Arten nach Ledoux & Roux (l.c.).
#2
→ 4Basis der Hinterhüften mit je 1 Borste.
→ 3-Basis der Hinterhüften mit mindestens je 2 Borsten. Anmerkung: Es können weitere Borsten am Vorderrand der Hüften auftreten. Nach Ledoux & Roux (l.c.) ist das Merkmal nicht zuverlässig.
#3
→ 13Fühler kürzer, zurückgelegt kaum die Mitte der Flügeldecken erreichend. Fühler und Beine gelb- bis rotbraun. 8-10 mm. ♂: Penisspitze in Seitenansicht verdickt [Abb. 1]. B: Subalpin bis hochalpin, selten unter 1800 m. Vorwiegend an Schneerändern und an feuchten Geröllstellen. D: Endemit der schweizer Nord- und Zentralpen mit 6 geographisch isolierten Unterarten. Siehe cordicollis
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Abb. 1
→ 14-Fühler länger, zurückgelegt die Mitte der Flügeldecken erreichend. Fühler zur Spitze verdunkelt und Beine braunschwarz. ♂: Penisspitze in Seitenansicht schlank [Abb. 2]. D: Schweiz: Glarner Alpen; Deutschland: Schwarzwald. Siehe heeri
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Abb. 2
#4
→ 53.-5. Sternit beidseitig mit mindestens 2 Borsten.
-3.-5. Sternit beidseitig mit 1 Borste. Halsschild und Flügeldecken kurz und breit. Schwarz, Schenkel und Schienen schwarz, die Gelenkstellen meistens heller. 8-9,5 mm. Siehe laticollis LZ >>>10
#5
Schulterzahn nicht stark aufgebogen. Ausgestülpter Innensack des Penis mit einem Büschel langer Borsten [Abb. 3]. D: Schweiz: Zentrale Tessiner Alpen (Campo Tenca-Kette). Im Gebiet der Cristallina mit Übergängen zur Stammform. Siehe cordicollis ticinensis LZ >>>13.
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Abb. 3
fontinalis rhaetica K. Daniel & J. Daniel, 1890🗺Coleoweb fontinatis fontinalis K. & J. Daniel, 1890🗺Coleoweb-Schultern von schräg hinten betrachtet mit einem ausgeprägten, nach oben gerichteten Zahn; Basalrand der Flügeldecken stärker nach hinten gebogen und die Halsschildvorderecken stärker vorragend. Ausgestülpter Innensack des Penis mit einem Band kurzer Borsten [Abb. 4]. Schwarz, Schenkel schwarz bis braunschwarz. Habitus [Abb. 5]. 8-9,5 mm. B: Subalpin bis hochalpin an kleinen Bächen, quelligen Stellen und Schneerändern. D: Zentralschweiz: vom Gemmipass bis zu den Glarner Alpen). D: Die Stammform in Italien: Veltlin (Orobische Alpen).
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Abb. 4
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Abb. 5
#6
→ 7Flügeldecken oval oder nur leicht nach hinten verbreitert, mit +/- deutlichen Schultern, in der Mitte leicht gewölbt. Halsschild zumindest vorn breit, in der Mitte des Seitenrandes mit ein oder zwei Borsten (ausnahmsweise drei auf einer Seite). Arten aus den französischen, italienischen und Schweizer Alpen oder den Pyrenäen.
→ 12-Flügeldecken lang, an den Schultern schmal und zum apikalen Drittel hin allmählich verbreitert, die Seiten bis etwa zur Mitte relativ gerade. Halsschildseitenrand mit mindestens zwei Borsten, meist aber drei oder vier (außer bei kochi, die nur eine hat). Arten aus den italienischen oder Schweizer Alpen, nicht in den Pyrenäen.
#7
→ 8 → 9Hals sehr dick, nach hinten vebreitert, Augen wenig hervorstehend, nicht vom Hals abgesetzt. Halsschild groß, so breit wie die Flügeldecken an den Schultern. Pyrenäen – Hals von normaler Dicke, Augen hervorstehend; Halsschild deutlich schmaler als die Flügeldecken, seine Basis deutlich schmaler als Vorderrand. Flügeldecken mindestens dreimal so lang wie der Halsschild. Alpen.
#8
lariollei Germiny, 1865🗺ColeowebHalsschildseiten vor der Basis stark ausgerandet, die Hinterecken scharf, dort fast so breit wie am Vorderrand; Flügeldecken etwa doppelt so lang wie der Halsschild. Sternite 4-5-6 mit zwei oder drei Borsten jederseits der Mitte. 7-9 mm [Abb. 6]. D: Pyrenäen (Pic du Midi de Bigorre-Massiv und Arize-Massiv). (181)
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Abb. 6
lariollei gaudini Jeannel, 1942🗺Coleoweb-Halsschildseiten vor der Basis kaum ausgerandet, die Hinterecken etwas stumpfwinkelig. D: Pyrenäen: Ariège, Foret d'Andronne.
#9
→ 11Ventrite 4-5-6 mit zwei oder drei Borsten auf jeder Seite der Mitte.
→ 10-Sternite 4–5–6 mit je einer Borste beidseitig der Mitte.
#10
laticollis Dejean, 1826🗺Coleoweb laticollis pennina Jeannel, 1937🗺ColeowebHalsschild in der Mitte des Seitenrandes mit 1, manchmal 2 Borsten, mit spitzen Hinterwinkeln, Schultern ungezähnt. Sehr variabel, im Verbreitungsgebiet zahlreiche Formen. 8-9,5 mm [Abb. 7]. B: Montan bis hochalpin; unmittelbar an Gewässern und Bächen, hochalpin auch an Schneerändern. D: Französische, italienische und Schweizer Westalpen. Im Gebiet nur die Nominalform in den schweizerischen Walliser Alpen südlich der Rhone, ostwärts bis ins Saastal. Südliche West- und Zentralalpen: Meeralpen, Cottische Alpen. (174) Halsschild in der Mitte des Seitenrandes mit 2 Borsten. D: Nördliche West- und Zentralalpen. Anmerkung: Die Angaben im Schlüssel von Ledoux & Roux (l.c) bei pennina zur Beborstung des Halsschildseitenrandes und der Verbreitung "(pronotum avec une seule soie au voisinage du milieu en plus de la soie postérieure ; sud de l'aire de répartition de l'espèce)" sind verwechselt. Sie gelten für die Stammform.
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Abb. 7
#11
morula K.&J. Daniel, 1891🗺ColeowebHalsschild mit zum basalen Viertel hin abrupt und tief eingeschwungenen Seiten, Vorderwinkel stark erhöht, fast zurückgebogen, Hinterecken fast recht- oder leicht spitzwinkelig; Flügeldecken oval, kürzer und breiter (1,5-mal länger als breit), Schultern mit einem sehr deutlichen Zahn oder kleinen Vorsprung; durchschnittlich kleiner: 8-9 mm. D: Seealpen und Piemont bis nördlich Turin. (177)
pictiventris Fauvel, 1888🗺Coleoweb-Halsschild mit zum basalen Drittel hin sanfter und weniger tief eingeschwungenen Seiten, Vorderwinkel nicht oder nur leicht erhöht [Abb. 8]; Flügeldecken oval, länger (1,6-mal länger als breit); Schultern ungezähnt, manchmal mit einem kleinen, nicht gezahnten Vorsprung; Durchschnittlich größer: 8,5-10,5 mm. D: Vom Grande-Chartreuse-Massiv bis zum Mont Pelat. (179)
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Abb. 8
#12
→ 13Lippentaster eher kurz und dick; Flügeldecken ausladend, mit schmalen Schultern, die Streifen deutlicher punktiert; Basis der Hinterhüften oft mit mehr als einer Borste; Hinterrand des 7. Sternit des ♂ im Allgemeinen mit je einer Borste auf jeder Seite der Mitte (falls nicht, auf fontinalis prüfen); 7–12 mm. ♂: Aedoeagus [Abb. 9]. Die Penisspitze im Vergleich zu heeri dicker [Abb. 1] und der Innensack mit längerer Beborstung [Abb. 3]. D: Die Nominatform in den Walliser Alpen und den westlichen Lepontinischen Alpen, südlich des Monte-Rosa-Massivs. (166) cordicollis
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Abb. 9
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Abb. 1
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Abb. 3
→ 5-Lippentaster länger und schlanker; Flügeldecken nach hinten weniger erweitert, mit runderen Schultern, die Streifen weniger deutlich unterbrochen [Abb. 10]; Basis der Hinterhüften oft mit einer einzelnen Borste. ♂: Hinterrand des 7. Sternits fast immer mit zwei Borsten auf jeder Seite der Mitte (falls nicht, auf cordicollis prüfen). 7–10 mm. (172) fontinalis.
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Abb. 10
#13
cordicollis cordicollis Chaudoir, 1837🗺ColeowebSchwarz, Flügeldeckennaht rötlich. Beine heller bis dunkler braun oder Schenkel schwarz. Flügeldecken nach vorn stark verengt, größte Breite hinter der Mitte [Abb. 11]. 8,5-10 mm. D: Italien, Schweiz: im Wallis südlich der Rhone vom Val d'Anniviers bis zu den westlichen Tessiner Alpen (Basodino-Kette bis Mt. Gridone am Langensee). Im Gebiet der Cristallina mit Übergängen zur ssp. ticinensis (siehe LZ >>>5).
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Abb. 11
cordicollis gracilis Daniel, 1890🗺Coleoweb-Kleine, schmale und schlanke Form. Tiefschwarz. Flügeldecken langoval, nach hinten kaum erweitert. 8-9,5 mm. D: Schweiz: zwischen Reuss und Brünigpass.
cordicollis escheri Heer, 1837🗺Coleoweb-Halsschild kürzer und breiter, Seiten stärker verrundet, Vorderecken wenig vorgezogen und breit verrundet. Beine gelbrot bis hellbraun. Hinterhüftbasis gelegentlich asymmetrisch oder gar bilateral unisetos beborstet. 8,5-11 mm. Habitus [Abb. 12]. D: Schweiz: östliche Tessiner Alpen, Graubündner Alpen bis zum Bernina-Massiv.
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Abb. 12
cordicollis tenuissima Bänninger, 1925🗺Coleoweb-Halsschild mit stark vorstehenden Vorderwinkeln; Flügeldecken nach vorn stark verjüngt; Fühler sehr schlank; Basis der Hinterhüften mit zwei oder drei Borsten beiderseits der Mitte. Oberseite braunschwarz mit heller Flügeldeckennaht. Fühler und Beine bräunlich-gelb. Fühler schlank. 8-10 mm. Habitus [Abb. 13]. ♂: Hinterrand des 7. Sternits in der Regel mit je einer Borste beiderseits der Mitte; Aedeagus eher schlank; D: Berner und Waadtländer Alpen.
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Abb. 13
cordicollis crypticola Ledoux & Roux, 2005🗺Coleoweb-D: Vaux-Höhle, Waadtländer Jura.
cordicollis kochi Schatzmayr, 1940🗺Coleoweb-Halsschild nur mit 1 Borste in der Mitte des Seitenrandes. Gestreckt und nur leicht gewölbt; vollständig dunkelbraun oder schwarz, mit etwas helleren, rötlich-braunen Anhängseln. Länge: 8,5-11,5 mm. ♂: Aedoeagus [Abb. 14]. B: Lebt an kleinen Bächen und Sickerstellen, fast immer oberhalb von 2000 m, und steigt mindestens bis zu einer Höhe von 2500 m auf. D: Graische und Bielleser Alpen.
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Abb. 14
→ 5-Der Halsschild ist kurz und breit, mit stark gerundeten Seiten, breiter Basis und vorstehenden Vorderecken. Die Flügeldecken sind breit und bei ♂ und ♀ nur leicht nach hinten verbreitert. Die Basis der Hinterhüften trägt fast immer beidseits der Mitte eine einzelne Borste. 8–10 mm. ♂: Der Hinterrand des 7. Sternits ist in der Regel beidseits der Mitte mit einer einzelnen Borste besetzt. Der Aedeagus ist an der Basis sehr schlank. D: Ost-Tessiner Alpen. cordicollis ticinensis
#14
heeri K. Daniel, 1903🗺ColeowebOberseite hellbraun bis braunschwarz. Beine +/- dunkelbraun. Vorderecken des Halsschildes stärker vorgezogen. Halsschild nach hinten stark ausgeschweift verengt, Seitenrand vor den Hinterecken lang parallel oder divergierend. 8-10 mm. Habitus [Abb. 15]. B: Subalpin bis hochalpin, selten unter 1800 m. Vorwiegend an Schneerändern und an feuchten Geröllstellen. D: Schweiz: Glarner Alpen, zwischen Reuss und Vorderrhein bis zum Säntis (hier bis 1500 m herunter steigend). Anmerkung: die Art galt früher als Subspecies von cordicollis, wurde von Szallies & Huber (l.c.) aber als eigenständige Art erkannt.
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Abb. 15
heeri praegensis Huber & Molenda, 2004🗺Coleoweb-Körper und Anhänge gelbbraun. 9-11 mm. Habitus [Abb. 16]. B: In Blockhalden. D: Schwarzwald.
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Abb. 16
Enthaltene Taxacordicollisfontinalis fontinatis heeri lariollei laticollis morula pictiventris
Literaturverzeichnis
Huber, Ch. (2004): Nebria. - In: Freude, H., Harde, K. W., Lohse, G. A. & Klausnitzer, B.: Die Käfer Mitteleuropas. Bd. 2 Adephaga l: Carabidae (Laufkäfer) - Spektrum-Verlag (Heidelberg/Berlin), 2. Auflage. >>>"F:\TAXA\coleo\Scans\_FHL-02II.pdf" p. 71
Ledoux, G. & Roux, P. (2005): Nebria (Coleoptera, Nebriidae) - Faune Mondial. Museum, Lyon >>>"F:\taxa\coleo\scans\Ledoux&Roux2005 Nebriola.pdf" p. 163
Szallies, A. & Huber, Ch. (2013): Neubewertung von Nebria (Nebriola) heeri K. Daniel, 1903 stat. nov. - Mitt. Schweiz. Entomol. Ges. 86:35-42 >>>https://www.zhaw.ch/storage/lsfm/institute-zentren/iunr/stadtoekologie/neubewertung-von-nebria-heeri.pdf oder >>>"F:\TAXA\coleo\Scans\Szallies&Huber2013 Nebria heeri.pdf"
Erstellt am: 12.03.2026 · Letzte Aktualisierung: 15.03.2026 - 16:33:09
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