Gattung Lilioceris Reitter

ColeopteraChrysomelidaeCriocerinae
Von Arved LompeLiteraturverzeichnis ⇒
Die Klauen sind an der Basis nicht verwachsen und die Flügeldecken stets einfarbig rotgelb. Die Arten leben an Liliengewächsen und können als Schädlinge in Gärten und Zwiebelkulturen auftreten.
#1
→ 2Flügeldecken mit feinen Punktreihen [Abb. 1], die Zwischenräume viel breiter als die Punktstreifen.
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Abb. 1
tibialis (Villa, 1838)🗺Coleoweb-Streifen der Flügeldecken sehr grob punktiert, die Zwischenräume nicht breiter als die Punktstreifen [Abb. 2]. Scheitel, Halsschild und Flügeldecken sowie Schienen hell blutrot (nach dem Tode rötlichbraun), Schenkel schwarz. Unterseite stärker und dichter punktiert, weniger glänzend und die Schienen und Fühler merklich dicker als bei den folgenden Arten. 6-7 mm. Montan bis subalpin, Alpen: Österreich, Bayern. Im Mai.
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Abb. 2
#2
faldermanni (Guérin-Méneville, 1829)🗺ColeowebKopf rot, nur am Hinterrand der Augen geschwärzt. Schenkel an der Basis schwarz, die Knie hell gefärbt; Schläfen hinter den Augen verdickt, einen stumpfen Winkel bildend, Punkte der Reihen auf den Flügeldecken weitläufig stehend, hinten fein, vorne grob. Habitus [Abb. 3]. Griechenland, Zypern, Kleinasien.
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Abb. 3
→ 3-Kopf schwarz oder rot mit dunkler Oberlippe, dann Schenkel rot und die Knie schwarz.
#3
lilii (Scop., 1763)Fundmeldungen🗺ColeowebKopf und Beine schwarz; Halsschild und Flügeldecken zinnoberrot (nach dem Tode gelbrot) [Abb. 4]; Stirnhöcker sehr wenig gewölbt. 6-8 mm. Europa. An ·Lilium candidum·, ·Lilium martagon·, ·Fritillaria imperialis·, ·Convallaria majalis·. IV-.VI und IX.
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Abb. 4
→ 4-Beine größtenteils rötlich mit schwarzen Knien und Tarsen; Kopf, Halsschild und Flügeldecken dunkler zinnoberrot (nach dem Tode braunrot); Stirnhöcker länger und merklich höher als bei lilii. Bei den Aberrationen sind die Fühler an der Basis rot oder die Fühler rot mit unterseits geschwärztem 1. und 2. Glied oder Beine und Tarsen einfarbig rot; Kopf ± angedunkelt, wobei die Stirnhöcker rot bleiben oder die hintere Hälfte des Halsschilds schwarz. 6-7 mm.
#4
merdigera (L., 1758)Fundmeldungen🗺ColeowebHabitus [Abb. 1]. Auf den Flügeldecken im Basalbereich die Punktabstände 3-4 x so groß wie die Punktdurchmesser, am auffälligsten im 5. Streifen neben der Shulterbeule; die Zwischenräume flach, auch der 7. vor dem Flügeldeckenabsturz. Halsschild mit einfacher, kräftiger Punktreihe, höchstens vereinzelt mit Doppelpunkten. Die Schienen dünner und schlanker. Aedoeagus größer, an der Spitze schlanker ausgezogen und schärfer zugespitzt [Abb. 5] [Abb. 6] [Abb. 7]; Spermatheka [Abb. 8] [Abb. 9]. Europa. An ·Convallaria majalis·, ·Polygonatum multiflorum·, ·Maianthemum bifolium·, Lilium- und Allium-Arten, wird auch als Schädling an Zwiebelkulturen gemeldet. IV-IX.
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Abb. 1
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Abb. 5
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Abb. 6
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Abb. 7
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Abb. 8
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Abb. 9
schneideri (Weise, 1900)Fundmeldungen🗺Coleoweb-Habitus [Abb. 10]. Auf den Flügeldecken im Basalbereich die Punktabstände 1-2 x so groß wie die Punktdurchmesser, am auffälligsten im 5. Streifen neben der Shulterbeule; die Zwischenräume zwischen den Streifen stärker gewölbt, besonders am 7. vor dem Flügeldeckenabsturz etwas beulig aufgetrieben. Der Halsschild längs der Mitte mit unregelmäßig +/- verdoppelter Punktreihe, zum Teil auch 3 Punkte nebeneinander. Die Schienen dicker und kompakter. Aedoeagus kleiner, die Spitze kürzer ausgezogen und fast rechtwinkelig gerundet [Abb. 11] [Abb. 12] [Abb. 13]; Spermatheka [Abb. 14] [Abb. 15]. Von ·Lilium martagon· gemeldet. Südeuropa, aus Italien beschrieben. Bei dem von Berti & Rapilly untersuchten Material befand sich auch ein altes Exemplar dieser Art aus Mitteleuropa (Franken). Neue Belege aus Mitteleuropa aus Bayern, Baden-Württemberg und der Schweiz. Anmerkung: Die von Weise aus Italien beschriebene L. schneideri wurde von Ruffo als ssp. von merdigera (L.) angesehen, Berti & Rapilly betrachten sie jedoch wieder als eigenständige Art, was angesichts der Unterschiede im Genitalbau sicher berechtigt ist. Betrachtet man größere Serien von merdigera aus Mitteleuropa, so fällt auf, daß die Flügeldeckenpunktur sehr variabel in bezug auf Regelmäßigkeit und Dichte ist und daß darunter auch Tiere mit kompletter bzw. partien- oder streifenweiser „schneideri-Punktur" auftreten. Auch für weitere angegebene Merkmale, wie Proportionen von Halsschild und Kopf, Färbung der Mandibeln und Tarsen, zeigen merdigera und schneideri eine große Streubreite.
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Abb. 10
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Abb. 11
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Abb. 12
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Abb. 13
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Abb. 14
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Abb. 15
Enthaltene Taxafaldermanni lilii merdigera schneideri tibialis
Literaturverzeichnis
Reitter, E. (1893): Ueber die Crioceris-Arten aus der Verwandtschaft der Crioceris merdigera L. mit rothem oder theilweise rothem Kopfe. - Wiener Entomologische Zeitung, 12:302 >>>"F:\taxa\coleo\scans\Reitter1893 Crioceris.pdf"
Berti, N. & Rapilly, M. (1976): Faune d'Iran, liste d'espèces et révision du genre Lilioceris Rttr. - Ann.Soc.ent.Fr. (N.S.)12(1): 31-73.
Ruffo, S. (1964): Contributi alla conoscenza distribuzione dei Coleotteri Crisomelidi nella regione apenninica. - Mem.Mus.Civ.Stor.Nat. Verona 12:88-91.
Erstellt am: 14.12.2008 · Letzte Aktualisierung: 22.06.2023 - 11:06:42
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