Familie Endomychidae

Coleoptera
Von Arved Lompe (n. H. Vogt, E. Reitter)
Kleine Käfer von gedrungener, gewölbter Gestalt und reduzierter Tarsengliederzahl. Tarsen pseudotrimer, einfach 4- oder (selten) 3-gliedrig. Fühler zwischen den Augen an den Vorderecken oder am Seitenrand der Stirn eingelenkt, meist 11-, seltener 10-gliedrig mit 3-gliedriger lose gestreckter Fühlerkeule oder 4-gliedrig mit abnorm großem Endglied. Vorderhüften kugelig oder quer oder kurz zapfenförmig, ihre Hüftenhöhlen hinten offen. Hinterhüften durch eine Verlängerung des 1. Ventralsegmentes breit getrennt. Eine lose Verwandtschaft verbindet diese im System schwierig unterzubringende Familie mit den Colydiidae und Erotylidae, eine engere mit den Languriidae. Nahe verwandtschaftliche Beziehungen bestehen zu den Coccinellidae durch Gemeinsamkeiten im Bau der Genitalien und der Hautflügel. Die Endomychiden leben von Pilzen (Staub- und Schimmelpilze). Das Hauptverbreitungsgebiet der meisten Unterfamilien liegt in den Tropen.
Nach heutigem Verständnis werden auch die >>>Merophysiidae zu den Endomychidae gerechnet; die Sphaerosominae dagegen sind ausgegliedert worden und bilden die selbstständige Familie Alexiidae.
Aus Frankreich ist eine weitere, mir unbekannte Art gemeldet, deren autochthones Vorkommen aber fraglich ist. ...Polymus nigricornis Muls., 1846
#1
→ 10Tarsen pseudotrimer, das heißt tatsächlich 4-gliedrig, das 3. Glied aber sehr klein, am Ansatz des langen Endglieds versteckt und von dem bebürsteten, vorgezogenen Sohlenlappen des 2. Gliedes überragt [Abb. 1]. Unterfamilie Endomychinae.
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Abb. 1
→ 2-Tarsen 3-gliedrig oder deutlich 4-gliedrig, 1. und 2. Glied meistens ungelappt, aber mit freiliegendem 3. Glied (höchstens angedeutet pseudotrimer bei Agaricophilus).
#2
Pleganophorus HampeFühler 4-gliedrig mit großem, gestrecktem Endglied [Abb. 2]. Unterfamilie Trochoideinae. Bei uns nur 1 myrmekophile Art.
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Abb. 2
→ 3-Fühler 11- oder 10-gliedrig, mit +/- deutlich abgesetzter 3-gliedriger, gestreckter Keule.
#3
AlexiidaeEpisternen der Hinterbrust vorn zugespitzt, nach hinten erweitert [Abb. 3]. Die Seitenlappen der Hinterbrust berühren vorn die breit umgeschlagenen Epipleuren der Flügeldecken. Kurz, rund, hochgewölbt. Schildchen nicht oder schlecht sichtbar, Halsschild ohne Auszeichnungen [Abb. 4], die Basis ungerandet. Tarsen deutlich 4-gliedrig [Abb. 5]. Gattung Sphaerosoma der Familie
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Abb. 3
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Abb. 4
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Abb. 5
→ 4-Episternen der Hinterbrust vorne breit, nach hinten allmählich verschmälert. Käfer meist gestreckt und weniger stark gewölbt, andernfalls Tarsen 3-gliedrig und Halsschildbasis in der Mitte gerandet. Schildchen sichtbar. Halsschild an der Basis mit 2 Eindrücken oder mit einer vom Rande abgerückten Seiten Linie bzw. Halsschildseiten breit abgesetzt, nur bei Mychophilus ohne Auszeichnung. Die Hinterbrust ist in ihrer ganzen Länge durch die Episternen von den Epipleuren der Flügeldecken getrennt. Unterfamilie Mycetaeinae.
#4
→ 5Käfer kleiner als 2,3 mm, +/- weniger einfarbig. Tarsen einfach, 3- oder 4-gliedrig, höchstens angedeutet pseudotrimer. Tribus Mycetaeini.
Leiesthes Dejean, 1835-Käfer 2,6-3,4 mm, auffällig 2-farbig [Abb. 6]. Tarsen einfach 4-gliedrig [Abb. 7]. Halsschildseitenrand glatt. Das 9.Fühlerglied stellt einen Übergang zu den verbreiterten Endgliedern dar. Tribus Leiesthini.
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Abb. 6
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Abb. 7
#5
→ 6Tarsen 4-gliedrig, Körper oval, Flügeldecken in Reihen punktiert oder mit einem vollständigen Nahtstreifen versehen.
→ 7-Tarsen 3- [Abb. 8] oder 4-gliedrig. Körper fast halbkugelig, mit abstehender Behaarung. Flügeldecken verworren punktiert, ohne deutlichen Nahtstreifen.
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Abb. 8
#6
Mycetaea Steph.Halsschild neben dem Seitenrande mit vollständigem Längskiele, Seitenrand ohne Grübchen. Flügeldecken ohne Schulterbeule und ohne Nahtstreifen [Abb. 9].
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Abb. 9
Symbiotes Redtb., 1849-Halsschild jederseits mit einem nach vorne stark verkürzten, innen grubig begrenzten Längsfältchen [Abb. 10], der Seitenrand in der Mitte mit einem Grübchen; Flügeldecken mit Schulterbeule [Abb. 11] und dahinter mit einem Grübchen; mit vollständigem, vorne nach außen gekrümmtem Nahtstreifen.
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Abb. 10
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Abb. 11
#7
→ 8Fühler 11-gliedrig, Halsschild jederseits mit vollständigem Längskiele.
Mychothenus Strohecker, 1953-Fühler 10-gliedrig, Halsschild jederseits ohne dorsale Kiellinie, diese ist der Seitenrandkante ganz nahe gerückt und bildet mit ihr eine vorne etwas breitere Seitenrandabsetzung. Basis des Halsschildes jederseits neben dem Schildchen tief ausgebuchtet. (Mychophilus Friv.)
#8
Agaricophilus MotschTarsen 4-gliedrig, das dritte Glied sehr schmal, das zweite gelappt, angedeutet pseudotrimer [Abb. 12]. Körper nach hinten deutlicher verengt.
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Abb. 12
→ 9-Tarsen 3-gliedrig. Körper rundlich.
#9
Aclemmysa ReitterDie Kiellinie neben den Seiten des Halsschildes innen nicht gefurcht, Basis neben den Hinterwinkeln einfach, Schildchen quer und breit dreieckig, zweites Fußglied unten gelappt.
Clemmus Hampe-Die Kiellinien neben den Seiten des Halsschildes innen stark furchenartig vertieft, Basis neben den Hinterwinkeln etwas lappig ver-längert und die Basis der Decken übergreifend, Schildchen so lang als breit, scharf abgegrenzt, etwas gerundet; Tarsen einfach.
#10
Hylaia Redtb.Käfer 2,6-3,4 mm. Halsschildseitenrand fein gezähnelt. Fühlerkeule stark abgesetzt, 9. Fühlerglied so breit wie das 10. und 11.
→ 11-Käfer mindestens 3,8 mm.
#11
→ 12Fühler schlank, 3. Glied etwa 3 mal so lang wie breit oder länger [Abb. 13].
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Abb. 13
→ 13-3. Fühlerglied höchstens doppelt so lang wie breit, Flügeldecken nur sehr fein und zerstreut punktiert, äußerst fein behaart oder glatt, auch das Schildchen glatt.
#12
Dapsa Latr.Flügeldecken deutlich behaart [Abb. 14], dicht und deutlich punktiert, Schildchen punktiert. Halsschild manchmal mit Großen Zähnen am Seitenrand.
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Abb. 14
Ancylopus Costa, 1854-Flügeldecken unbehaart, deutlich dicht und fein punktiert. Halsschild beim ♀ mit schiffchenartigem [Abb. 15], beim ♂ mit wannenförmigem Eindruck [Abb. 16]. Habitus [Abb. 17].
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Abb. 15
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Abb. 16
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Abb. 17
#13
Lycoperdina Latr.Fühlerkeule undeutlich abgesetzt; Flügeldecken äußerst fein behaart. Halsschild nicht oder wenig breiter als lang [Abb. 18].
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Abb. 18
→ 14-Fühlerkeule deutlich abgesetzt; Flügeldecken ganz kahl; Halsschild viel breiter als lang.
#14
Mycetina Muls.Halsschildvorderrand in der Mitte mit kleiner quergestellter glasiger Membran (Stridulationsapparat). Glieder der Fühlerkeule quer. Flügeldecken mit auffälliger, kreuzförmiger Zeichnung [Abb. 19].
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Abb. 19
Endomychus Panz.-Halsschildvorderrand ohne Mittelmembran. Glieder der Fühlerkeule etwas länger als breit. Flügeldecken lebhaft rot mit 4 schwarzen Makeln [Abb. 20].
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Abb. 20
Enthaltene TaxaAclemmysaAgaricophilusAlexiidaeAncylopusClemmusDapsaEndomychusHylaiaLeiesthesLycoperdinaMycetaeaMycetinaMychothenusPleganophorusSymbiotes
Erstellt am: 11.06.2014 · Letzte Aktualisierung: 26.04.2023 - 19:47:39
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