Gattung Cordicantharis Švihla, 1999

ColeopteraCantharidae
Von Arved Lompe (n. V. Svihla)
Svihla, V. (1999): Contribution to the knowledge of the genus Cantharis L. and related genera from Turkey and adjacent regions (Coleoptera, Cantharidae) - Entomologica Basiliensia. 21:135-170. >>>https://www.e-periodica.ch/cntmng?pid=enc-001%3A1999%3A21%3A%3A407 oder >>>"F:\TAXA\coleo\Scans\Svihla1999 Cordicantharis.pdf"
Diagnose: Die neue Gattung ähnelt in ihrem Habitus sowie in der Form der Tarsalklauen sehr der Gattung Cantharis L., von der sie sich durch die dorsale Lage der Laterophysen und deren Verschmelzung sowie durch die herzförmige Gestalt des Pronotums unterscheidet - ein Merkmal, das bei Cantharis-Arten ungewöhnlich und selten ist. Die genannten Merkmale der Laterophysen deuten auf eine wahrscheinliche Verwandtschaft mit der Gattung Podistra Motsch. hin.
Beschreibung: Habitus Cantharis-artig. Mandibeln einfach; Fühlerglieder des ♂ mit längsgerichteten, halbglänzenden sensorischen Eindrücken. Die äußeren Klauen aller Tarsen weisen beim ♂ gerundete Basalfortsätze auf, während die Klauen des ♀ einfach gestaltet sind. Der Halsschild ist mehr oder weniger herzförmig; seine Seitenränder verlaufen vor den Hinterecken stets mehr oder weniger geschwungen. Der Aedeagus verjüngt sich apikal; die Parameren sind mehr oder weniger abgeflacht und stehen nahezu senkrecht zur Querachse des Aedeagus. Die Laterophysen liegen dorsal des Phallus, sind in Längsrichtung miteinander verschmolzen und weisen lediglich an ihren Spitzen eine flache Ausrandung oder Einkerbung auf.
Bis auf die auch bei uns vorkommende Art longicollis sind die Arten nach äußerlichen morphologischen Merkmalen besonders im ♀ Geschlecht nicht von denen der Gattung Cantharis zu unterscheiden. Überwiegend in Kleinasien und dem Vorderen Orient verbreitete Gattung. 1 Art in Mitteleuropa.
Svihla macht - außer bei den von ihm beschriebenen Arten - keine Größenangaben. Im Allgemeinen dürften die Tiere 9-13 mm groß sein.
#1
longicollis (Kiesenwetter, 1859)🗺ColeowebSeitenränder des Halsschilds nahezu parallelseitig; Halsschild so lang wie breit (♀ [Abb. 1]) oder etwas länger als breit (♂ [Abb. 2]). Vorderkopf, Halsschild und Beine gelbrot, Hinterkopf und Flügeldecken schwarz. Aedoeagus mit einfachem, nicht ausgerandetem Dorsalschild [Abb. 3]. 10-13 mm. D: Von Kleinasien und Südosteuropa bis ins südöstliche Mitteleuropa verbreitet; Niederösterreich, Steiermark, Kärnten, Slowakei.
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Abb. 1
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Abb. 2
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Abb. 3
→ 2-Seitenränder des Halsschilds gerundet; Halsschild bei beiden Geschlechtern etwas breiter als lang.
#2
→ 3Flügeldecken zumindest teilweise gelb.
→ 5-Flügeldecken blau oder schwarz.
#3
similis Švihla, 1999🗺Coleoweb♂: Kopf hinter den Augen gerundet [Abb. 4]; Fühler reichen bis zur Mitte der Flügeldecken. Kopf schwarz oder oder vor den Augen aufgehellt, Halsschild gelb mit variablem dunklen Fleck in der Mitte, Flügeldecken gelb, das apikale Fünftel bis Drittel schwarz. Schenkel schwarz, Schienen +/- gelb. 9,5-11 mm. D: NO Türkei.
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Abb. 4
→ 4-♂: Kopf hinter den Augen fast gerade [Abb. 5]; Fühler reichen deutlich über die Mitte der Flügeldecken hinaus.
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Abb. 5
#4
iliaca Marseul, 1864🗺Coleoweb♂: Spitze der Paramere gerundet [Abb. 6]; Seitenrand des dorsalen Teils des Aedeagus vor der Spitze höchstens schwach verengt [Abb. 7]; Spitzen der Laterophysen breiter. Kopf beim ♂ schwarz, beim ♀ vor den Augen hell gebräunt. Halsschild gelbbraun mit beim ♂ ausgedehnteren dunklen Flecken. Flügeldeckengelb. oft an der Naht, der Spitze und/oder den Seitenrändern geschwärzt. D: W und N Türkei.
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Abb. 6
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Abb. 7
acutangula Fairmaire, 1884🗺Coleoweb-♂: Spitze der Paramere gerundet zugespitzt [Abb. 8]; Seitenrand des dorsalen Teils des Aedeagus vor der Spitze deutlich verengt [Abb. 9]; Spitzen der Laterophysen schmaler. Färbung wie iliaca und im ♀ Geschlecht davon bisher nicht zu unterscheiden. D: S Türkei.
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Abb. 8
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Abb. 9
#5
→ 6Flügeldecken blau; Halsschild höchstens am Vorderrand dunkel.
→ 8-Flügeldecken schwarz; Halsschild mit schwarzem Fleck, schwarzem Längsstreifen oder vollständig schwarz.
#6
cordicollis Küster, 1854🗺ColeowebHalsschild am Vorderrand schwarz; ♂: Augen kleiner, weniger vorstehend [Abb. 10], Fühler die Mitte der Flügeldecken nur sehr geringfügig überragend, quer verlaufende erhabene Linien auf der Ventralseite des Dorsalteils des Aedeagus weit von dessen Spitze entfernt gelegen [Abb. 11], Paramere und Spitzen der Laterophysen [Abb. 12]. D: S Rußland (Kaukasus), N Türkei, Georgien, Armenien, Aserbaidschan (incl. Talysh-Gebirge).
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Abb. 10
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Abb. 11
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Abb. 12
→ 7-Halsschild vollständig gelb bis orange; ♂: Augen größer, stärker vorstehend [Abb. 13], Fühler die Mitte der Flügeldecken deutlich überragend, quer verlaufende erhabene Linien auf der Ventralseite des Dorsalteils des Aedeagus näher an dessen Spitze gelegen [Abb. 14].
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Abb. 13
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Abb. 14
#7
talyschensis Pic, 1900🗺ColeowebBeine vollständig dunkel; ♂: Spitze der Paramere breiter [Abb. 15], Spitzen der Laterophysen breiter, stärker gerundet [Abb. 16]. D: Aserbaidschan: Talysh-Gebirge.
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Abb. 15
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Abb. 16
caspica (Reitter)-Beine, mit Ausnahme der Schenkelspitzen, gelb; ♂: Spitze der Paramere schmaler [Abb. 17], Spitzen der Laterophysen schmaler, stärker zugespitzt [Abb. 18]. D: NW Iran: Bogrov-Gebirge, Elburs-Gebirge.
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Abb. 17
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Abb. 18
#8
diabolica Reitter, 1895🗺ColeowebHalsschild vollständig schwarz, Beine gelb. D: S Türkei: Amanus-Gebirge.
→ 9-Halsschild gelb, mit einem mittigen dunklen Fleck oder Streifen auf der Scheibe; Beine teilweise oder vollständig schwarz.
#9
bodemeyeri Bourgeois, 1900🗺ColeowebBeine schwarz, Vorderschienen mehr oder weniger bräunlich; ♂: Kopf hinter den Augen fast gerade (wie bei iliaca [Abb. 5]), Fühler die Mitte der Flügeldecken geringfügig, aber deutlich überragend, Seitenrand des Dorsalteils des Aedeagus vor der Spitze nur schwach verengt (wie bei iliaca [Abb. 7]), Spitze der Paramere breiter (wie bei iliaca [Abb. 6]), Spitzen der Laterophysen wie bei similis [Abb. 19]. D: S Türkei: Bulghar-Dagh, Burna.
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Abb. 5
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Abb. 7
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Abb. 6
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Abb. 19
wittmeri Švihla, 1999🗺Coleoweb-Die basalen zwei Drittel der Schenkel gelb; ♂: Kopf hinter den Augen gerundet wie bei similis [Abb. 4], Fühler erreichen kaum die Mitte der Flügeldecken, Seitenrand des dorsalen Teils des Aedeagus vor der Spitze stark verengt wie bei acutangula [Abb. 9], Spitze der Paramere schmaler wie bei acutangula [Abb. 8], Spitzen der Laterophysen wie bei similis [Abb. 19]. 10,4 mm. D: Libanon.
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Abb. 4
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Abb. 9
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Abb. 8
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Abb. 19
Enthaltene Taxaacutangula bodemeyeri caspica cordicollisdiabolica iliaca longicollis similis talyschensis wittmeri
Erstellt am: 23.05.2026 · Letzte Aktualisierung: 03.06.2026 - 12:17:45
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