Gattung: Ceratapion Schilsky

ColeopteraRhynchophoraApionidaeApioninae
Von Arved Lompe (n. Behne)
Die Fühler entspringen meistens im basalen Viertel des Rüssels, selten (armatum ♂) etwas davor. Rüssel an der Einlenkungsstelle stumpf- oder scharfwinklig erweitert. Fühlergeißel so dick wie der Schaft, das 1. und 2. Geißelglied betont zylindrisch, das 2. Glied nicht oder weniger schmaler als das 1. und mindestens so breit wie die restlichen Geißelglieder Die Arten haben länglich eiförmige Flügeldecken, einen gebogenen Rüssel und häufig beim ♂ markante Geschlechtsauszeichnungen. Sie leben auf Kompositen der Tribus Cynaraeae (Distelgewächse). Eine Revision dieser Gattung durch Alonso-Zarazaga & Wanat befindet sich im Druck, so daß sich später dadurch weitere Änderungen ergeben können.
#1
→ 2Rüsselbasis jederseits mit einem eckigen Zahn [Abb. 1] [Abb. 2].
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Abb. 1
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Abb. 2
→ 4-Rüsselbasis mit einem stumpfwinkligen Zahn oder rundlich geschwollen [Abb. 3] [Abb. 4].
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Abb. 3
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Abb. 4
#2
gibbirostre (Gyll., 1813)Fundmeldungen🗺ColeowebFlügeldecken mit blauem oder grünem Metallglanz, nach hinten deutlich erweitert [Abb. 5], deutlich und dicht behaart, Stirn und Scheitel fein und dicht längsgestrichelt [Abb. 1]. Fühlerkeule kurzoval, nur etwas länger als die 3 vorangehenden Geißelglieder [Abb. 6]. Tarsen kürzer als bei carduorum [Abb. 7]. Rüssel so lang wie Kopf + Halsschild zusammen. Halsschild zylindrisch, fein punktiert. Mittelhüften nur schmal getrennt. ♂: Innenwinkel der Vorderschienen [Abb. 8] und Unterseite des 1. Glieds der Hintertarsen mit kleinem Dorn [Abb. 9]. Aedoeagus [Abb. 10]. 2,2-2,9 mm. Von Mittel- und Vorderasien über Europa und Nordafrika verbreitet, bei uns überall häufig; Larven in Stengeln und Blattrippen verschiedener Distel-Arten und Kletten. Käfer von III-X. (=carduorum auct. part. nec Kirby)
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Abb. 5
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Abb. 1
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Abb. 6
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Abb. 7
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Abb. 8
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Abb. 9
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Abb. 10
→ 3-Oberseite ganz schwarz (siehe auch cylindricolle LZ >>>5). Kleinere schlanke Arten von 1,6-2,3 mm mit nach hinten nur schwach erweiterten Flügeldecken.
#3
austriacum (Wagn., 1904)Fundmeldungen🗺ColeowebOberseite deutlich und dicht behaart, grau erscheinend. Fühler kürzer, näher zur Basis eingelenkt. Beim ♂ überragt das letzte Geißelglied die Rüsselspitze, beim ♀ nur die Spitzenhälfte der Fühlerkeule. Halsschildseiten leicht gerundet. ♂ ohne besondere Auszeichnungen. 1,6-2,1 mm. Von Rumänien über Ungarn und Polen bis nach Mitteleuropa verbreitet, auch auf Korsika. In Mitteleuropa nur stellenweise und sehr selten: Slowakei, Mähren, Burgenland, Niederösterreich; daneben aus neuerer Zeit nur Funde von Oderberg (Mark Brandenburg) sowie den Ostseeinseln Rügen und Fehmarn; alte Fundangaben auch aus Hessen und Württemberg. Die Larve erzeugt eine Gangmine in der Mittelrippe der Blätter von ·Centaurea scabiosa·. Käfer von III-X.
armatum (Gerst., 1854)🗺Coleoweb-Oberseite fein und spärlich hell behaart, bei flüchtiger Betrachtung schwarz erscheinend. Fühler länger, ihre Einlenkung weiter von der Rüsselbasis entfernt. Beim ♂ überragen die Fühlerkeule und 4 Geißelglieder die Rüsselspitze, beim ♀ die Fühlerkeule und 2 Geißelglieder; Halsschild beim ♂ quadratisch mit geraden Seiten, beim ♀ mit leicht gerundeten Seiten ♂: Vorderschienen zur Spitze verbreitert und abgeflacht, die Abflachung glänzend und schwach ausgehöhlt; Hinterschienen zur Spitze gekrümmt, 1. Hintertarsenglied mit großem Dorn, Fühlerkeule stark abgeplattet. 1,8-2,3 mm. Über Osteuropa, Mitteleuropa, Italien, die Schweiz und Frankreich verbreitet; isolierte Vorkommen in Dänemark und auf Oland; in Mitteleuropa verstreut und selten in Mähren, Österreich, Sachsen, Bayern, Franken und dem Rheinland. Käfer von VI-X auf ·Centaurea jacea· und ·Centaurea nigra·, auch ·Centaurea scabiosa· wird angegeben.
#4
basicorne (Ill., 1807)Fundmeldungen🗺ColeowebStirn neben dem Augenhinterrand und Scheitel bis zum Halsschildvorderrand glatt oder nur mit wenigen verstreuten Punkten und glänzend [Abb. 3] oder durch die Mikroskulptur matt. Stirn zwischen den Augen flach, aber nicht unter das Niveau des Augen-Innenrandes eingedrückt. Rüssel etwas länger als Kopf + Halsschild zusammen [Abb. 11], an der Fühlereinlenkungsstelle gerundet oder schwach stumpfwinklig erweitert. Fühler kräftig, beim ♂ die Rüsselspitze um das letzte Geißelglied und die Keule, beim ♀ um weniger als die Keule überragend. Halsschild schlank, zylindrisch, grob und dicht, aber nicht gedrängt punktiert. Flügeldecken mit deutlich vorspringenden Schultern, schlank, in der Mitte am breitesten [Abb. 12]. ♂: Vorderschienen im Spitzendrittel erweitert und abgeflacht und etwas ausgehöhlt [Abb. 13], dort an der Innenkante mit dichten Haarfransen besetzt; 1. Hintertarsenglied mit Zahn. 2,2-2,8 mm. Von Vorderasien über Europa bis zum westlichen Nordafrika verbreitet; in Mitteleuropa in Sandgebieten weit verbreitet, aber in neuerer Zeit sehr selten geworden. Larve im Stengel von ·Centaurea cyanus· (Kornblume), Käfer von V-X. . (=alliariae auct.)
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Abb. 3
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Abb. 11
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Abb. 12
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Abb. 13
→ 5-Hintere Stirn und Scheitel stark und gedrängt punktiert [Abb. 14], oft völlig grob verrunzelt oder bis zum Halsschildvorderrand +/- fein und dicht längsgestrichelt.
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Abb. 14
#5
→ 6Stirn bis zum Halsschildvorderrand fein längsgestrichelt.
→ 7-Hintere Stirn und Scheitel stark und gedrängt punktiert, oft völlig grob verrunzelt.
#6
carduorum (Kirby, 1808)Fundmeldungen🗺ColeowebDem gibbirostre ähnlich, Körper aber durchschnittlich größer [Abb. 15]; Fühlerkeule langoval, länger als die 4 vorangehenden Geißelglieder [Abb. 16]; Tarsen schlanker [Abb. 17], Mittelhüften breiter getrennt, Behaarung viel spärlicher. beim ♂ Vorderschienen an der Spitze kaum nach innen gebogen und hier nur mit einem winzigen Zahn. 2,7-3,2 mm. Südeuropa bis Großbritannien, in Mitteleuropa: Hessen, Niedersachsen, Erzgebirge, Slowakei. In England von ·Cirsium vulgare· gemeldet.
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Abb. 15
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Abb. 16
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Abb. 17
cylindricolle (Gyllenhal)🗺Coleoweb-Körper viel kleiner, ähnlich armatum und austriacum. Rüssel schlanker, dünner, gebogen. Fühlerkeule lang, beim ♂ so lang wie die letzten 6 Geißelglieder zusammen, beim ♀ so lang wie die letzten 5 Geißelglieder zusammen. Basis des Rüssels beim ♂ wenig, beim ♀ nicht stumpfzähnig erweitert. Vorderschienen beim ♂ ohne Besonderheiten, 1. Hintertarsenglied mit Zahn. 1,7-2,1 mm. Balkanhalbinsel, Ungarn; in Mitteleuropa nur in der Slowakei. In sandigen Gebieten auf der Komposite ·Xeranthemum annuum·.
#7
penetrans (Germ., 1817)Fundmeldungen🗺ColeowebStirn flach oder schwach gewölbt, Schläfen schwach erweitert [Abb. 14]. Dem basicorne sehr ähnlich, aber der Rüssel etwas weniger stark gebogen [Abb. 18], an der Fühlereinlenkung schwächer erweitert, die Halsschildpunktur kräftiger und meistens sehr dicht oder gedrängt, die Flügeldecken mit schwächer entwickelten Schultern und kräftigeren Punktstreifen [Abb. 19]. ♂: Vorderschienen an der Spitze wie bei basicorne, aber umfangreicher erweitert und tiefer ausgehöhlt [Abb. 20], 1. Hintertarsenglied mit Zahn [Abb. 21]. 2,3-3 mm. Vorderasien, Europa nördlich bis Dänemark, Nordafrika; in Mitteleuropa zerstreut und selten, im Nordwesten noch nicht nachgewiesen. Larvenentwicklung in verschiedenen Centaurea-Arten. Käfer von III-X.
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Abb. 14
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Abb. 18
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Abb. 19
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Abb. 20
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Abb. 21
scalptum Muls.Rey🗺Coleoweb-Stirn im Niveau des Augen-Hinterrands tief eingedrückt, so daß der Oberrand der Augen die Stirn überragt. Schläfen nach hinten deutlich erweitert. Fühler für einen Ceratapion auffällig lang und schlank, beim ♂ die Rüsselspitze um 3-4 Geißel-Glieder und die Keule, beim ♀ wenigstens um die Keule überragend. Rüssel beim ♂ im basalen Drittel kräftig verdickt und stumpfwinklig erweitert, beim ♀ im basalen Viertel kräftig verdickt. Rüssel beim ♂ so lang oder etwas kürzer als Kopf + Halsschild, beim ♀ sehr schlank. Halsschild zylindrisch, kräftig und sehr dicht punktiert. Im übrigen mit den vorhergehenden beiden Arten übereinstimmend. ♂: Vorderschienen an der Spitze etwas nach innen gebogen und mit einem kräftigen Zahn. 2,4-2,9 mm. Von Mittel- und Vorderasien über Süd-, Südost- und Westeuropa bis Nordafrika verbreitet; aus Mitteleuropa nur aus der Rheinpfalz und Niederösterreich gemeldet; nach 1905 nicht mehr bei uns gefunden, heutiges Vorkommen fraglich. Käfer von V-X an verschiedenen Distel-Arten (Carduus, Cirsium, Onopordum).
Enthaltene Taxaarmatum austriacum basicorne carduorum cylindricolle gibbirostre penetrans scalptum
Erstellt am: 12.06.2013 · Letzte Aktualisierung: 09.07.2021 - 14:06:06
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