Gattung Aphthona Chevr.

ColeopteraPhytophagaChrysomelidaeAlticinae
Von Arved Lompe (n. K.H. Mohr)
Heikertinger, F. (1944): Paläarktische Aphthona-Arten - Koleopterologische Rundschau, 30(1-3):133-137 >>>"F:\taxa\coleo\scans\Heikertinger1944 Aphthona.pdf"
Cizek, P. (2019): Aphthona tatrica sp. nov. (Coleoptera: Chrysomelidae: Galerucinae: Alticini) aus der Slowakei - Klapalekiana, 55:183-186 >>>"F:\taxa\coleo\scans\Cizek2019 Aphthona tatrica.pdf"
Kleine, gelbbraune, schwarze oder metallisch glänzende Arten mit zumeist gut umschriebenen Stirnhöckern, unpunktiertem Kopf und zumeist sehr fein oder verloschen punktiertem Halsschild Als Fraßpflanzen kommen in erster Linie Euphorbia-Arten, seltener Linum-, Geranium- und andere Pflanzenarten in Betracht. 75 Arten in Europa; hier sind vorerst nur die mitteleuropäischen aufgeführt.
#1
Heyrovskya Madar et Madar, 1968Schulterbeule sehr stark entwickelt, vorstehend. Punktierung der Oberseite grob und unregelmäßig. Arten aus Marokko und von den Kanarischen Inseln. (Unter-) Gattung
→ 1a-Schulterbeule oft sehr deutlich, aber nicht hervorstehend. Punktierung der Oberseite gleichmäßig, meist fein oder sehr fein. Aphthona s.str.
#1a
→ 2Halsschild und Flügeldecken rotgelb oder braun.
→ 12-Halsschild und Flügeldecken dunkel, schwarz oder metallisch glänzend.
#2
→ 3Flügeldecken ohne dunklen Nahtsaum.
→ 11-Flügeldeckennaht wenigstens im mittleren Teil deutlich, wenn auch oft schmal, angedunkelt.
#3
→ 4Größere Arten (2,5-4 mm) mit deutlich abgegrenzten Stirnhöckerchen.
→ 7-Kleinere Arten (1,5-2,2 mm).
#4
→ 4aSchildchen und Oberlippe zumeist schwärzlich.
→ 5-Schildchen immer, Oberlippe meist gelblich ( das heißt, es kommen auch Tiere mit schwarzer Oberlippe vo).
#4a
nigriscutis Foudr., 1860Fundmeldungen🗺ColeowebHeller oder dunkler gelb gefärbt. Gestalt wie bei der häufigen cyparissiae, von ihr im allgemeinen durch dunkleres Schildchen, Mund und Abdomen, mit Sicherheit durch die Aedoeagusform zu unterscheiden [Abb. 1]. 3-4 mm. Südosteuropa, nördlich bis (?) Mecklenburg, Mark Brandenburg, Mittelelbe, Schlesien und Niederösterreich.
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Abb. 1
beckeri Jacobson🗺Coleoweb-Hell oder dunkel pechbraun bis pechschwarz. In Gestalt und Größe mit der gelben nigriscutis übereinstimmend; Fühler zur Spitze angedunkelt; Beine hell, Hinterschenkel angedunkelt. Flügeldecken mit kräftigen Schultern, glänzend, gewöhnlich sehr fein punktiert. Aedoeagus ähnlich dem von nigriscutis, jedoch parallelseitig und gegen das Ende mehr schräg gerundet dreieckig zulaufend, seitlich gesehen ist das Ende stärker nach oben gekrümmt und etwas dicker; Aedoeagus und Spermatheka [Abb. 2]. 2,9-3,2 mm. An xerothermen Standorten, aus Südpolen (Umgebung Krakau) und der Tschechoslowakei gemeldet.
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Abb. 2
#5
→ 6Durchschnittlich größere Arten (3-4 mm).
illigeri Bedel, 1898🗺Coleoweb-Durchschnittlich kleiner (2,5-3,5 mm), vom Habitus und Färbung der cyparissiae, zuweilen etwas rötlicher und glänzender; Unterseite hell oder gebräunt, die letzten 5 Fühlerglieder meist schwärzlich; Nasenkiel weniger abgeplattet, oft deutlich gekielt; mit Sicherheit durch die Form des Aedoeagus zu unterscheiden [Abb. 3]. VIII-IX. Südwesteuropa, nördlich bis Rheinprovinz, Pfalz, (?) Württemberg. Auf ·Euphorbia·-Arten. (=laevigata Ill. et auct., (?) F.)
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Abb. 3
#6
cyparissiae (Koch, 1803)Fundmeldungen🗺ColeowebVerbreitete und nicht seltene mittel- und südosteuropäische Art; Fühler meist rotgelb [Abb. 4], Brust und Abdomen meist hell, von den vorhergehenden und der folgenden Art mit Sicherheit nur durch die Form des Aedoeagus zu trennen [Abb. 5] [Abb. 6]. 3-4 mm. V-IX. Mittel- und Südeuropa. Auf Euphorbia-Arten, besonders ·Euphorbia cyparissias·.
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Abb. 4
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Abb. 5
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Abb. 6
flava Guillb.Fundmeldungen🗺Coleoweb-Art aus dem südöstlichen Mitteleuropa und Osteuropa; durchschnittlich etwas größer und heller als cyparissiae, im Gesamtton allerdings oft etwas mehr rötlich; von den vorhergehenden Arten mit Sicherheit nur durch die Form des Aedoeagus zu trennen [Abb. 7]. 3-4 mm. V-X. Südosteuropa, nördlich bis Südtirol, Kärnten, Steiermark. Auf ·Euphorbia cyparissias·.
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Abb. 7
#7
→ 8Kopf hellfarbig oder nur wenig dunkler als der Halsschild.
→ 10-Kopf dunkel, schwärzlich oder bräunlichrot.
#8
variolosa Foudras, 1860Fundmeldungen🗺ColeowebMund und Unterseite hellfarbig; kurz oval, Flügeldecken seitlich gerundet. 1,6-2 mm. Südwesteuropa, nördlich bis (?) Elsaß. Auf ·Euphorbia dulcis·.
→ 9-Oberlippe (zumeist!) und Unterseite dunkel.
#9
abdominalis (Duft., 1825)🗺ColeowebStirnhöckerchen nach oben hin scharf begrenzt; Flügeldecken fast parallel, Rücken etwas abgeflacht; Halsschild im mittleren Teil fein aber deutlich punktiert; Aedoeagus [Abb. 8]. 1,8-2,2 mm. III-V. Rheinprovinz, Thüringen, Mittelelbe, Schlesien, Õsterreich, Südsteiermark, Südosteuropa. An ·Euphorbia cyparissias·.
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Abb. 8
franzi Heikert.Fundmeldungen🗺Coleoweb-Stirnhöckerchen nach oben hin seicht und undeutlich begrenzt; von abdominalis schwer und mit Sicherheit nur durch die Form des Aedoeagus zu unterscheiden [Abb. 9]; etwas breiter gebaut, etwas schwächer und dichter punktiert als jene, die Punkte nicht in angedeuteten Reihen stehend. 1,8-2 mm. Südosteuropa, nördlich bis Õsterreich (Hachelsburg, Leithagebirge).
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Abb. 9
#10
pallida (Bach, 1856)Fundmeldungen🗺ColeowebStirnlinien scharf, Halsschild fast glatt, Gestalt eiförmig, Schulterbeule schwach, Nahtwinkel der Flügeldecken stumpfer als bei den anderen europäischen Arten, die ab. geranii Ws. mit angedunkeltem Nahtsaum. Aedoeagus [Abb. 10] [Abb. 11]. 1,5-1,8 mm. Mitteleuropa, nördlich bis Rheinprovinz, (?) Schleswig, südlich bis Württemberg, Bayern, Õsterreich, Böhmen, Mähren, südliches Polen, Ungarn. Auf ·Geranium pratense·. Hierher gelangt man auch bei der forma concoloripennis von nigriceps, die jedoch ein anderes Verbreitungsgebiet als pallida aufweist. Siehe auch LZ >>>11
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Abb. 10
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Abb. 11
→ 10a-Stirnlinien nach oben nur schwach begrenzt, undeutlich umrandet.
#10a
placida Kutsch.🗺ColeowebSchulterbeule fehlend, Flügeldecken eiförmig gewölbt, Tier ungeflügelt; Aedoeagus wie franzi, von dem sie sich durch Körperumriß, mehr bräunliche Gesamtfärbung, dunkleren Kopf, sehr deutliche Punktierung der Flügeldecken, die ungleich stark und etwas runzelig ist, unterscheidet. 1,6-2 mm. Südosteuropa, nördlich bis Österreich, Südtirol. Thermophile Art, an ·Linum flavum·.
-Schulterbeule vorhanden, Tier geflügelt. Siehe franzi LZ >>>9
#11
nigriceps (Redt.)🗺ColeowebKleinere Art, unter 2 mm; Kopf schwärzlich, Stirnhöckerchen oben scharf und tief umrandet; ziemlich kurz und seitlich gerundet gebaut; Nahtsaum der Flügeldecken schwärzlich, in seiner Breitenausdehnung variierend, das Ende der Flügeldecken freilassend (die ab. concoloripennis ohne Nahtsaum). 1,5-1,8 mm. Mittelmeerländer, nördlich bis Südengland, Frankreich. Hierher auch die selten auftretende pallida ab. geranii Ws., die aber ein anderes Verbreitungsgebiet als nigriceps besitzt, siehe LZ >>>10. Der Aedoeagus von pallida ist am Ende fast halbkreisförmig verrundet und besitzt ein kleines, vorgezogenes Mittelspitzchen, während der von nigriceps am Ende gerade abgestutzt ist und ein flaches, kaum vorgezogenes Mittelspitzchen aufweist.
lutescens (Gyll., 1808)Fundmeldungen🗺Coleoweb-Größere Art (> 2 mm) [Abb. 12]; Kopf dunkel rötlich; Oberlippe und ein feiner Nahtsaum der Flügeldecken schwärzlich; Stirnhöckerchen nur durch feine Linien von der Stirn getrennt; das ganze Tier mehr länglich, fast parallel gebaut; Spitzen der Hinterschenkel schwarz [Abb. 13]. V-X. Europa. An feuchten Orten auf ·Lythrum salicaria·. Die Art kommt sehr selten auch in einer einheitlich pechbräunlichen Form vor (f. piceoconcolor). Bei der Bestimmung gelangt man zu beckeri; lutescens ist jedoch mit 2-2,6 mm wesentlich kleiner. Im Zweifelsfall ist Genitalüberprüfung anzuraten.
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Abb. 12
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Abb. 13
#12
→ 13Vorder- und Mittelschenkel ganz (auch an der Basis) hellfarbig gelbrot, ausnahmsweise bei ovata Vorder- und Mittelschenkel in der Basalhälfte angedunkelt.
→ 28-Vorder- und Mittelschenkel zumindest an der Basis angedunkelt oder ganz dunkelfarbig: Hinterschenkel schwärzlich.
#13
→ 14Stirnhöckerchen wenig deutlich, nach oben hin nicht durch scharfe Linien von der Stirn geschieden.
→ 19-Stirnhöckerchen durch deutlich eingeschnittene Linien von der oberen Stirn geschieden.
#14
nonstriata Goeze, 1777Fundmeldungen🗺ColeowebGrößere Art, 2,2-3 mm, selten nur 2 mm; Oberseite zumeist lebhaft blau bis blauviolett [Abb. 14], zuweilen grünlich, selten erzfarbig glänzend; Beine rötlichgelb, Tarsenglieder etwas gebräunt, (Tiere mit pechschwarzen Beinen und Fühlern sind f. picipes); Stirnhöcker groß, flach, dreieckig: Flügeldecken dicht gedrängt verworren, mittelstark bis ziemlich fein punktiert, die etwas runzeligen Zwischenräume zumeist fein punktuliert; Aedoeagus [Abb. 15] [Abb. 16]. Auf der Schwertlilie ·Iris pseudacorus·. (=coerulea (Fourcr., 1785))
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Abb. 14
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Abb. 15
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Abb. 16
→ 15-Kleine Arten (1,5-2,2 mm).
#15
→ 16Schulterbeule deutlich.
→ 18-Schulterbeule fehlend.
#16
euphorbiae (Schrk., 1781)Fundmeldungen🗺ColeowebSehr häufige Art; Stirnhöckerchen sehr schlecht ausgeprägt; dunkel metallisch grünlich oder bläulich, selten etwas bronzen oder fast schwarz; Halsschild zumeist etwas deutlicher als bei den anderen Arten, mäßig fein, längsrunzelig punktiert; der Art venustula sehr ähnlich, die aber an der Basis angedunkelte Vorder- und Mittelschenkel besitzt; Aedoeagus [Abb. 17] [Abb. 18]. 1,5-2 mm. III-X. Ganz Europa. Als Schädling am Flachs, ·Linum usitatissimum·, von Bedeutung. (=virescens Foudr.)
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Abb. 17
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Abb. 18
→ 17-Seltenere, mehr lokal vorkommende Arten mit zumeist etwas deutlicher begrenzten Stirnhöckerchen.
#17
erichsoni (Zett., 1838)🗺ColeowebDunkelblau oder blauviolett. Art des nördlichen Mitteleuropa und Nordeuropa. Beine, auch die Hinterschenkel, gelbrot; Fühler mit +/- hellen Basisgliedern; kurz gebaut, breit und gewölbt; Flügeldecken hinter der Mitte viel breiter als an den Schultern, Schulterbeule nur schwach vortretend; die großen Stirnhöckerchen durch eine feine Furche von der Stirn geschieden, diese Furche setzt sich zum hinteren Augenrand fort und läuft, eine schmale Leiste von ihm abschnürend, um ihn herum. Aedoeagus [Abb. 19]. 2-2,2 mm. Nördliches Europa, südlich bis Mark Brandenburg, (?) Thüringen. In Torfmooren und auf nassen Wiesen.
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Abb. 19
→ 17a-Bronzen-, kupfer oder messingfarben.
#17a
aeneomicans All., 1875🗺ColeowebMit hellem, meist auffälligem Messing- oder Kupferschimmer. Vorder- und Mittelschenkel bisweilen etwas gebräunt, Stirnhöckerchen zumeist etwas deutlicher ausgeprägt; Flügeldecken etwas gerundeter, Schultern zumeist weniger breit; von euphorbiae und venustula sicher durch den Bau des Aedoeagus zu unterscheiden (Aedoeagus sehr ähnlich dem von franzi [Abb. 9]). Sehr seltene Art des südlichen Mitteleuropa, der Art euphorbiae sehr ähnlich: Südwestdeutschland, Niederösterreich, Slowakei. 1,5-2,2 mm. Auf ·Euphorbia esula·.
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Abb. 9
rugipennis Ogloblin, 1926🗺Coleoweb-Dunkel brozefarben. Körper länglich oval. Beine gelb, nur die hinteren Schenkel leicht angedunkelt. Fühler in der Basalhälfte gelb, zur Spitze angedunkelt, bräunlich. Schulterbeulen deutlich, makropter. Die ersten Tarsenglieder bei ♂ kaum erweitert. Penis mit glatter Furche [Abb. 20], ohne Kielchen in der Mitte. Spermatheka mit kugelförmigem Nodulus [Abb. 21]. Kleinere Art, Körperlänge 1,40-2,10 mm. Auf ·Linum hirsutum·. Europa: Armenien, Georgien, Russland, Slowakei, Tschechische Republik, Ukraine, Ungarn; Asien: Kasachstan und Usbekistan.
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Abb. 20
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Abb. 21
#18
ovata Foudr., 1860🗺ColeowebEtwas größer (1,6-2,2 mm); Flügeldecken breit eiförmig, Oberseite dunkelblau, manchmal leicht violett oder schwärzlich, selten grünlich; Fühler und Beine im allgemeinen gelblicher als bei der folgenden Art; Fühlerglied 5 etwas länger als 4 oder 6; Halsschild nach vorn ebenso stark wie nach hinten verengt: Punkte der Flügeldecken in meist deutlichen, weitläufigen Reihen stehend. Aedoeagus [Abb. 22]. Montane Art, Alpen, Karpaten, nördlich bis Schlesien und Galizien. Auf ·Euphorbia·-Arten.
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Abb. 22
atrovirens (Först., 1849)Fundmeldungen🗺Coleoweb-Etwas kleiner (1,3-1,8 mm); Flügeldecken mehr langelliptisch; Oberseite schwarz mit schwachem, grünlichem oder stumpf bläulichem, seltener erzbräunlichem Schimmer; Fühler und Beine meist düsterer rötlich; Fühlerglied 5 beträchtlich länger als 4 und wesentlich mehr als doppelt so lang wie breit; Reihenspuren der Flügeldeckenpunktierung viel schlechter ausgeprägt als bei ovata. Aedoeagus [Abb. 23], Spermatheka [Abb. 24]. Mittleres Europa, nördlich bis Rheinprovinz, Thüringen, Schlesien. Auf ·Linum tenuifolium·, ·Linum hirsutum· und ·Linum flavum·; auch an ·Helianthemum· (?); an Wärmestellen.
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Abb. 23
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Abb. 24
#19
→ 20Hinterschenkel ausgesprochen dunkelfarbig.
→ 25-Hinterschenkel hell, kaum dunkler als die Mittel- und Vorderschenkel.
#20
→ 21Kleinere Arten (1,6-2,4 mm).
→ 23-Größere Arten (2,2-4 mm).
#21
→ 22Schulterbeule deutlich.
-Schulterbeule fehlend; hier zu vergleichen ovata oder atrovirens LZ >>>18
#22
atrocoerulea (Steph., 1831)Fundmeldungen🗺ColeowebFlügeldecken bläulich violett; Hinterschenkel zumeist nur wenig gebräunt; von der sehr ähnlichen pygmaea durch etwas weniger scharfe Stirnlinien und etwas kräftiger punktierte Flügeldecken, sicher aber durch die Gestalt des Aedoeagus unterschieden [Abb. 25]. 1,6-2 mm. III-X. Mittleres Europa. Auf ·Euphorbia·-Arten. (=cyanella (Redt.))
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Abb. 25
pygmaea (Kutsch., 1861)Fundmeldungen🗺Coleoweb-Flügeldecken bläulich-grünlich oder fast rein schwarz; Hinterschenkel schwarz; Stirnhöckerchen nach oben sehr scharf und meist tief furchig umrandet; Punktierung der Flügeldecken ziemlich fein. Aedoeagus [Abb. 26]. III-X. Mittleres Europa. An ·Euphorbia·-Arten.
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Abb. 26
#23
→ 24Nicht ausgesprochen große, plump eiförmig gebaute Arten.
semicyanea All.🗺Coleoweb-Große, plump eiförmig gebaute Art Osteuropas; Flügeldecken stark punktiert; Stirnhöckerchen quergestellt, nach oben hin aber nicht durch scharfe, tieffurchige Linien abgetrennt; Oberseite blau oder blaugrün, seltener schwarzviolett oder rein schwarz; Beine gelbrot oder gebräunt bis schwarz; Schulterbeule vorhanden oder fehlend. Aedoeagus [Abb. 27]. 3-4 mm. Ostpaläarktische Art, westlich bis Südfrankreich, Slowakei, (?) Böhmen. Auf Iris-Arten, besonders ·Iris germanica· in Ziergärten.
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Abb. 27
#24
Nasenkiel verflacht, Stirnhöckerchen wenig deutlich umschrieben, Halsschild nach vorn nicht verschmälert, Hinterschenkel an der Basis hellfarbig. 2-3 mm. An ·Iris pseudacorus·, siehe nonstriata LZ >>>14.
czwalinai Weise, 1888Fundmeldungen🗺Coleoweb-Habitus [Abb. 28]. Nasenkiel ziemlich scharf, Stirnhöckerchen gewölbt, rundum durch tiefe Furchen begrenzt. Halsschild nach vorn stärker als nach hinten verengt, an den Seiten etwas wulstig abgesetzt [Abb. 29]. Hinterschenkel auch an der Basis schwarz; Aedoeagus [Abb. 30] dem von nigriscutis ähnlich; Spermatheka [Abb. 31]. . 2,8-3,5 mm. Auf ·Euphorbia·-Arten. Danzig, Schlesien, Böhmen, Mähren, Niederösterreich.
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Abb. 28
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Abb. 29
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Abb. 30
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Abb. 31
#25
→ 27Kleinere Arten (1,6-2,2 mm).
→ 26-Größere Arten (2,5-3,4 mm).
#26
lacertosa (Rosh.)🗺ColeowebLanggestreckt, fast zylindrisch gebaut; ziemlich lebhaft erzgrün oder blaugrün, seltener blau glänzend; Beine hell, Hinterschenkel oft außen und oben gebräunt; Halsschild im Verhältnis zu den Flügeldecken groß, etwa 1,25 mal so breit wie lang, nach vorne kaum stärker als nach hinten verengt: Aedoeagus [Abb. 32] dem von nigriscutis ähnlich. 2,5-3,4 mm. Östliches Mitteleuropa, westlich bis Steiermark, Niederösterreich (Umgebung Wien), Südpolen. An ·Euphorbia·-Arten, besonders an Wärmestellen.
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Abb. 32
-Plumpe, mehr eiförmige, stark punktierte Art, siehe semicyanea LZ >>>23.
#27
Schulterbeule deutlich, hierher ausnahmsweise hellbeinige Stücke von atrocoerulea und pygmaea (LZ >>>22) mit deutlich umschriebenen Stirnhöckerchen oder erichsoni (LZ >>>17) mit wenig deutlich umrandeten Stirnhöckerchen, außerdem sehr selten auftretende geflügelte Stücke von herbigrada (LZ >>>27).
herbigrada (Curt., 1837)Fundmeldungen🗺Coleoweb-Schulterbeule undeutlich oder fehlend; schlanker, auffallend metallgrün glänzend, seltener blau; Nasenkiel scharf, Stirnhöckerchen klein, gut begrenzt; Fühler fast körperlang. Aedoeagus [Abb. 33]. 1,6-2,2 mm. Europa, nördlich bis Mitteldeutschland. An Wärmestellen auf ·Helianthemum·.
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Abb. 33
#28
→ 30Schulterbeule deutlich ausgeprägt.
→ 29-Schulterbeule fehlend, höchsten als flacher Längswulst vorhanden.
#29
stussineri Weise🗺ColeowebSeltene Gebirgsart der illyrischen Länder, nordwärts bis Niederösterreich; sehr ähnlich der ovata die zuweilen verdunkelte Schenkelbasis hat, Stirnhöckerchen oben deutlicher begrenzt, Halsschildbasis zumeist etwas breiter, Vorder- und Mittelschenkel an der Basis angedunkelt; Aedoeagus ähnlich dem von atrocoerulea [Abb. 25]. 1,8-2 mm. Krain, Kroatien, Bosnien, Ostkarpaten, nordwärts vereinzelt bis Niederösterreich (Maria-Zell, Lunz). Auf ·Euphorbia·-Arten.
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Abb. 25
delicatula Foudr., 1860🗺Coleoweb-Sehr klein, fast rein schwarz; sehr ähnlich der pygmaea; Vorder- und Mittelschenkel leicht angedunkelt; gewölbt; eiförmig, Stirnhöckerchen durch deutliche Furchen von der Stirn geschieden; Flügeldecken in den Schultern nicht heraustretend, gleichmäßig eiförmig gerundet, stark gewölbt. 1,3-1,5 mm. Auf ·Euphorbia dulcis·. Aus Mittel- und Ostfrankreich bis Südbaden und aus dem Donautal bei Regensburg bekannt.
#30
→ 31Oberseite metallisch.
-Oberseite nicht metallisch. Vergleiche beckeri LZ >>>4a
#31
→ 31aVorder- und Mittelschenkel deutlich zweifarbig, am Ende hellfarbig wie die ganzen Schienen.
violacea (Koch, 1803)Fundmeldungen🗺Coleoweb-Vorder- und Mittelschenkel einfarbig dunkel, Kontrast zwischen Hell- und Dunkelfärbung nicht ausgeprägt. Ziemlich plump, gewölbt und breit gebaut; Stirnlinien scharf, sich kreuzend, Stirnhöckerchen klein, gewölbt. Aedoeagus [Abb. 34]. 2-2,4 mm. Mittleres Europa. An feuchten Orten auf ·Euphorbia palustris· etc..
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Abb. 34
#31a
venustula (Kutsch., 1861)Fundmeldungen🗺ColeowebBläulich, blaugrün oder schwärzlich grün [Abb. 35]; im allgemeinen der Kontrast zwischen Hell- und Dunkelfärbung der Vorder- und Mittelschenkel sehr deutlich; Stirnlinien deutlich aber nicht so tief wie bei atrocoerulea und pygmaea. Aedoeagus [Abb. 36]. 1,8-2,4 mm. Verbreitung: Fehlt in Fennoskandien außer (?) Südschweden. Im nordwestlichen Mitteleuropa gebietsweise nicht nachgewiesen. Im übrigen Europa die häufigste Aphthona-Art. An ·Euphorbia·-Arten. III-X.
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Abb. 35
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Abb. 36
tatrica Cesik, 2019🗺Coleoweb-Körper robust, kürzer oval [Abb. 37]. Beine rotgelb, Basalhälften der vorderen und mittleren Schenkel sowie ganze hintere Schenkel schwärzlich. Fühler in der Basalhälfte rotgelb, in der Apikalhälfte angedunkelt, schwärzlich. Erstes Fühlerglied zum Teil angedunkelt. Schulterbeulen wenig deutlich, brachypter. Die ersten Tarsenglieder bei ♂ ziemlich erweitert. Penis mit runzeliger Furche und länglichem Kielchen in der Mitte [Abb. 38]. Spermatheca mit zylindrischem Nodulus [Abb. 39]. 2-2,45 mm. Auf ·Linum extraaxillare·. Slowakei.
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Abb. 37
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Abb. 38
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Abb. 39
Enthaltene Taxaabdominalis aeneomicans atrocoerulea atrovirens beckeri cyparissiae czwalinai delicatula erichsoni euphorbiae flava franzi herbigrada Heyrovskyailligeri lacertosa lutescens nigriceps nigriscutis nonstriata ovata pallida placida pygmaea rugipennis semicyanea stussineri tatrica variolosa venustula violacea
Erstellt am: 20.09.2011 · Letzte Aktualisierung: 09.09.2023 - 01:07:32
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